Frankenberg

Lernzielkontrolle im Fach Rockmusik

- Frankenberg (mba). Die Arbeitsgemeinschaft Rock der Edertalschule war am Samstagabend zur Lernzielkontrolle ins „Havanna“ gekommen. Das Publikum entließ die Musiker mit „sehr gut“ in die Winterferien.

Was hilft besser, zum Ferienbeginn den Kopf frei zu bekommen und den Lernstoff wieder aus dem Gehirn zu pusten, als laute Rockmusik? Die Rock-AGs der Edertalschule erwiesen ihren Mitschülern und den anderen Gästen bei der „School's out“-Party im „Havanna“ diesen Dienst, und ließen es in den versammelten Ohren ordentlich scheppern. Ohrenärzte hätten vielleicht verständnislos ob soviel medizinischer Unvernunft den Kopf geschüttelt und mahnend auf die Gefahr eines Hörschadens hingewiesen, doch Rockmusik wird nun mal nicht „pianissimo“, also sehr leise gespielt, sondern mit ordentlich Druck. Und dem Publikum im „Havanna“ gefiel es offensichtlich ausgezeichnet, denn es quittierte die Behandlung mit viel Beifall und energischen Zugabeforderungen. Auf dem Abendprogramm standen vier rockmusikalische Vorträge der Arbeitsgemeinschaften und der Gast-Band „Cactas“, die, was die vertretenen Genres angeht, einen weiten Bogen spannten: von aktuellen Rock-Chartplatzierungen über moderne Klassiker von den Red Hot Chili Peppers und Nirvana bis zu brachialem Todes-Metall aus Skandinavien. Die zeitgenössische Creme de la Creme der alternativen Rockmusik wie Muse, die White Stripes oder die Kooks waren ebenso vertreten, wie das personifizierte Böse in Form von Slayers „Raining Blood“. Es gab deutsche Texte von den Ärzten und den Hosen und auch eine homöopathische Dosis Classic Rock von den Dire Straits („Money for Nothing“) und Creedence Clearwater Revival („Bad Moon Rising“) stand auf der Titelliste. Wie man unschwer erkennt, eine ausgewogene Mahlzeit. – Die jungen Interpreten zeigten, dass die Rock-AGs kein Kaffeekränzchen sind, sondern dass dort ernsthaft gerockt wird. Sie waren mit viel Hingabe bei der Sache und rissen ihr überwiegend junges Publikum vom Auftakt bis zum letzten Riff mit. Den Anfang machte die „Rock AG-J“, die jüngste Formation der rockenden Gymnasiasten, die mit gleich drei Sängerinnen und einer Lehrkraft am Bass, nämlich Marc Heimermann, die Gäste aufwärmten und in Schwung brachten. Im Anschluss wurde es „heftig“ und „hartgesotten“, wie „Havanna“-Wirt Torsten Laege es ausdrückte: Alliance of Decay, zu deutsch „Allianz des Verfalls“ beziehungsweise „Allianz der Fäulnis“, betraten die Bühne und führten den Zuhörern vor, welche Musik in der Hölle angesagt ist. Ausgelassene Stimmung Danach wurde der Ton wieder versöhnlicher, also melodischer: Mit neuem Sänger David Henkel, ansonsten in der Stammbesetzung, zeigten Clean Distortion, dass sie ihre Instrumente exzellent beherrschen und präsentierten eine Auswahl ihres Repertoires. Für ausgelassen Stimmung bis in die frühen Morgenstunden sorgten dann Cactas. Es war ein weiteres Mal eine sehr gelungene Vorstellung der Rock-AGs im Havanna – leider voraussichtlich auch die Letzte in dieser Form, da Torsten Laege den Club zum Jahresende schließt. Bis dahin wird aber noch ein paar mal anständig gefeiert und gerockt, das nächste Mal am Abend vor Heiligabend. Am Mittwoch, 23. Dezember, gibt es „Rock unterm Weihnachtsbaum“ mit der Classic-Rock-Formation Mallet und den Spaß-Punkern Folxpunk. Am folgenden Mittwoch, 30. Dezember, wird dann der traditionelle Jahresabschluss gefeiert. Die Musik macht die Band Challenger.

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