Letzte Ausbaulücke der Bundesstraße 3 bei Marburg geschlossen

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Bundesstraße 3

Marburg. Mittelhessens Pendler fahren auf der Bundesstraße 3 nun so komfortabel wie auf der Autobahn: Zwischen Weimar-Roth und Weimar-Argenstein wurde eine wichtige Ausbaulücke von Deutschlands zweitlängster Bundesstraße am Mittwoch geschlossen.

Das ungefähr fünf Kilometer lange Teilstück zwischen Marburg und Gießen hat ab jetzt durchgängig vier Spuren, entschärfte Kurven, keine Ampeln mehr und eine 300 Meter lange Brücke über der Lahn. Der Bund investierte dafür 56 Millionen Euro, knapp 20 Millionen mehr als ursprünglich geplant.

„Nach 30-jähriger Planung können wir das größte Straßenbauprojekt in der Region Mittelhessen nun beenden“, sagte Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) in Niederweimar bei der Freigabe für den Verkehr.

Der bisher zweistreifige Streckenabschnitt hatte mit einer Belastung von täglich rund 27 000 Fahrzeugen seine Kapazitätsgrenze erreicht. „Die Beseitigung dieses Nadelöhrs durch den kompletten vierstreifigen Ausbau bedeutet für die Verkehrsteilnehmer nun weniger Unfälle und Staus. Auch die Anwohner werden durch umfangreiche Schutzmaßnahmen erheblich entlastet“, sagte Posch laut Mitteilung seines Ministeriums weiter. Auf Höhe des angrenzenden Ortes Weimar-Wolfshausen wurden etwa 850 Meter Lärmschutzeinrichtungen gebaut.

Vorplanungen für den vierstreifigen Ausbau der B 3 gab es bereits in den 1970er-Jahren. Nachdem große Teile der Strecke schon in den 80er- und 90er-Jahren gebaut wurden, folgte 1999 der Teillückenschluss zwischen Roth und Bellnhausen. Der letzte Abschnitt zwischen Gisselberg und Roth war planerisch am schwierigsten, denn es waren umfangreiche Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit erforderlich.

Schließlich starteten 2007 die Bauarbeiten, um diese letzte Ausbaulücke zu schließen. Diese hätten eigentlich schon im Dezember 2010 beendet werden sollen, wegen des frühen Wintereinbrauchs konnte dieser Termin nach Ministeriumsangaben aber nicht eingehalten werden.

Neben der B 3 wurde auf einer Gesamtlänge von rund drei Kilometern auch die neue K 42 von Niederweimar über Argenstein bis Wolfshausen und eine Ortsverbindungsstraße von Wolfshausen nach Roth neu gebaut.

Die B3 ist mit 812 Kilometern die zweitlängste Bundesstraße und führt durch die Länder Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg. Die längste Bundesstraße ist mit 845 Kilometern die B2 durch Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern.

Auf der Strecke von Marburg in Hessens Norden Richtung Kassel ist kein weiterer Ausbau der B3 vorgesehen, weil dort die Bundesstraße durch die noch nicht fertiggestellte Autobahn A 49 entlastet werde. (dpa/lhe)

Quelle: HNA

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