Kirchengemeinde Allendorf/Hardtberg hofft auf eine Zusage für die Sanierung ihres Gotteshauses

"Letzte Chance" für einen Zuschuss

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Frankenau-Allendorf - Der Putz bröckelt von den Wänden, an den Fenstern ist die Farbe abgeplatzt, die Elektroleitungen sind noch aus dem Jahr 1955: Das Fachwerkkirchlein in Allendorf/Hardtberg hat eine Sanierung nötig. Seit Jahren stellt die Gemeinde deshalb Anträge – und hofft, dass in diesem Jahr endlich eine Zusage kommt.

Seit Jahren hoffen die Allendorfer darauf, dass ihre kleine Kirche saniert wird. Doch es war jedes Jahr dasselbe, erinnert sich Pfarrer Heinrich Giugno: Die kleine Kirche schaffte es zwar auf die oberen Plätze der Prioritätenliste beim Kirchenkreis, aber nie unter die ersten zwei. Putz, Heizung, Elektro Giugno hofft, dass die kleine Kirche in diesem Jahr an der Reihe ist – und auf die Förderung in Höhe von 35 Prozent von der Landeskirche zurückgreifen kann. Danach laufe das Programm aus.

Für die Kirchengemeinde sei es die „letzte Chance“. Die Kommission des Bauausschusses, der die Kirchen bewertet und dem Kirchenkreis eine Empfehlung gibt, welche zu sanieren sind, hat das kleine Gotteshaus im Jahr 2010 gesichtet und bewertet. Sanierungen sind sowohl innen als auch außen notwendig: An vielen Stellen bröckelt der Putz ab, die Strom- und Elektroleitungen sowie die Verteiler und Zähler sind 57 Jahre alt. Die Heizgebläse sind so laut, dass sie während der Predigt ausgestellt werden müssen. Und die Heizrohre an den Fußstützen liegen frei, so dass schon so manche Schuhsohle darauf so heiß wurde, dass sie zu schmelzen begann.

Auf der Liste der Kommission stehen außerdem die Erneuerung oder Überarbeitung verschiedener Balken, der Austausch der unteren Fenster, ein Innenanstrich, die Überarbeitung der Bänke auf der Empore und des Treppen-Unterbaus und eine neue Tür. Nach Angaben von Giugno liegen die ermittelten Kosten bei etwa 120?000 Euro.

Vorgeschlagen hatte der Ausschuss auch eine Verschieferung der gesamten Wetterseite. Das möchten die Allendorfer jedoch nicht, erläutert Kirchenvorsteherin Elvira Heinrichs. Das typische Fachwerk der kleinen Dorfkirche soll weiterhin zu sehen sein. Aus Sicht von Kirchenvorstand und Pfarrer sprechen gleich mehrere Punkte dafür, dass die Kirche in diesem Jahr auf einen der beiden Spitzenplätze in der Prioritätenliste aufgenommen wird: l Die Kirchengemeinde habe in Eigenleistung alle Auflagen erfüllt, die der Bauausschuss des Kirchenkreises und das Landeskirchenamt als Voraussetzung für eine Renovierung gefordert hatten: Der Dachboden wurde in mühsamer Kleinarbeit entrümpelt, ein Statik-Gutachten in Auftrag gegeben, und undichte Außenmauern wurden trockengelegt und isoliert. l Die DEKRA hat die Erneuerung der Heizung und der Elektrik als dringend notwendig bezeichnet.

Im Prüfbericht ist die Rede von „erheblichen“ Mängeln, der Weiterbetrieb nur unter Maßgaben zulässig. l Die Kirche in Allendorf gehört zu den „abgelösten“ Kirchen. Das ist eine Voraussetzung für die Bewilligung des „pauschalierten Nachholbedarfs“, mit der die Landeskirche erhaltungsbedürftige Gebäude fördert. Der „pauschalierte Nachholbedarf“ beträgt 35 Prozent der Gesamtsumme für die Renovierung. Sollte die Renovierung bis 2013 beschlossen werden, spart der Kirchenkreis diese Summe ein. Auch die Kirchengemeinde ist bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Der Kirchenvorstand plant ein Konzert zugunsten der Allendorfer Kirche und wird sich mit Eigenleistungen im Wert von 5000 Euro beteiligen. Die Kirche in Allendorf ist noch immer gut besucht. Die Entscheidung fällt voraussichtlich am 24. April. Dann berät der Kirchenkreisvorstand über die Prioritätenliste.

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