Frankenberg

Die letzten Wehrpflichtigen treten an

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- Frankenberg (jos).Nicht nur für die Bundesrepublik, sondern auch für die Frankenberger Burgwaldkaserne war der 3. Januar ein Tag mit historischer Bedeutung: Die letzten Wehrpflichtigen sind zu ihrem Dienst angetreten. Künftig werden nur noch Freiwillige als Soldaten ausgebildet.

Rund 12 000 junge Männer traten bundesweit ihren Wehrdienst an, 770 davon in Hessen. Da die Wehrpflicht zum 1. Juli ausgesetzt wird, sind es die vorerst letzten Pflicht-Rekruten, die in die Kasernen einziehen. In Frankenberg begann am Montag für 44 junge Männer und eine Frau der Grundwehrdienst. Das sind deutlich weniger Rekruten als in den vergangenen Jahren: Einmal pro Quartal hätten sonst rund 100 junge Soldaten ihren Dienst in der Burgwaldkaserne begonnen, berichtet Kommandeur Thomas Mauer.

Dass die Zahl der Rekruten so niedrig ist, lässt einen Rückschluss zu: Es gibt schon längst keine Wehrgerechtigkeit mehr – wer nicht zur Armee will, lässt sich ausmustern oder für eine Ausbildung von der Wehrpflicht zurückstellen, um dann später nicht mehr einberufen zu werden. Mittlerweile muss nur noch gut jeder dritte junge Deutsche zum Wehr- oder Zivildienst antreten. Die Ausmusterungsquote ist binnen weniger Jahre auf absurde Höhen geschnellt – noch vor wenigen Jahren lag sie bei 17 Prozent, inzwischen sind es nahezu 50 Prozent.

Wie viele junge Menschen sich nach dem Wegfall der Wehrpflicht freiwillig bei der Armee melden, dazu möchte Mauer keine Prognose abgeben. „Wir müssen abwarten“, sagt der Kommandeur. Das gelte auch für die generelle Frage nach der Zukunft der Burgwaldkaserne. Frühestens im Sommer rechnet Maurer mit einer Entscheidung, ob der Standort erhalten wird oder nicht.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Dienstag, 4. Januar

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