Letztes Bier „beim Ursel“: Gaststätte Christ in Grüsen schließt für immer

Schließen nach mehr als 45 Jahren ihre Kneipe: Martina Christ (links) und Mutter Ursula werden die Gaststätte in der Wälzebachstraße nur noch bis Sonntag geöffnet haben. Fotos: Daum

Grüsen. Es ist ein Ritual, das nun ein Ende finden wird. Sonntags, wenn in der ARD die Geschichten um Mutter Beimer ausgestrahlt werden, trifft sich der Stammtisch Lindenstraße „beim Ursel" in Grüsen.

Der Stammtisch, das sind etwa eine Handvoll Männer, die stets die Flucht ergreifen, wenn ihre Frauen Lindenstraße schauen. „So ist letztlich auch der Name des Stammtisches entstanden“, berichtet Ursula Christ, die zusammen mit ihrem Ehemann Udo und Tochter Martina die Traditionskneipe in der Wälzebachstraße betreibt.

Treffpunkt: Die Gaststätte Christ ist auch Anlaufpunkt für mehrere Stammtische.

Am kommenden Sonntag werden nun die letzten Getränke über die Theke gehen, denn die Kneipe in Grüsen schließt für immer ihre Pforten. „Wir hören aus gesundheitlichen Gründen auf. Das ist der Hauptgrund“, sagt Ursula Christ. Tochter Martina, die im Jahr 1994 in den Betrieb der Gaststätte eingestiegen ist und mittlerweile zusammen mit ihrer Mutter die Geschäfte führt, nennt einen weiteren Grund für die Schließung: „Die Kosten haben die Einnahmen nicht mehr gedeckt. Es ist schwer geworden, eine Dorfkneipe am Leben zu erhalten. Mit unserer Gaststätte schließt nun die letzte Kneipe in der Bunstruth.“

Am heutigen Freitag sowie am Samstag und letztmals am Sonntag, 28. Juni, wird die Gaststätte in Grüsen noch einmal für ihre treuen Gäste geöffnet sein. Den Betreibern fällt es schwer, einen Schlussstrich zu ziehen, daher wollen sie auch nicht mit viel Tamtam aufhören. „Wir werden den Abverkauf ganz normal über die Bühne bringen“, sagt Martina Christ. „An allen Öffnungstagen werden die Getränke günstiger sein, Cocktails gibt es zum halben Preis.“

Wenn die Gaststätte am Sonntag schließt, blicken die Christs auf mehr als 45 Jahre Kneipenbetrieb zurück. 1969 hatten Ursula und Udo Christ angefangen. „Im gleichen Jahr hatte sich kurz zuvor der Verkehrs- und Verschönerungsverein im Ort gegründet. Der benötigte ein Vereinslokal, da haben wir die Gaststätte geöffnet“, sagt Ursula Christ, die aber im gleichen Atemzug betont, dass man vom Verein alleine natürlich nicht habe leben können.

„Es kamen damals auch immer mehr Feriengäste in die Bunstruth. Neben dem Gast- und Schankraum hatten wir daher auch zwei Einzel- und fünf Doppelzimmer für Übernachtungsgäste“, berichtet Ursula Christ. Nach und nach seien immer mehr Stammtische und Sparer dazugekommen, die sich zum Teil auch heute noch in der Gaststätte treffen.

Wer noch gerne in die Kneipe "zum Ursel" kommt und wie die Betreiberin von einigen Gästen oft genannt wird, erfahren Sie in der Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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