"Arbeit und Bildung"

Licht in der Ginsternis

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Bianca Schmidt, Alfred Happel und Claudia Glönkler (v.l.) gehören zu den Arbeitssuchenden, die derzeit eine wertvolle Trockenwiese nahe dem Linspherbach von Ginster befreien.

Bromskirchen - Schön sieht es aus: Der Ginster steht derzeit in voller Blüte und setzt goldgelbe Akzente an Feldrainen und Hecken. Doch nicht überall ist die störrische Pflanze gern gesehen - auf Trockenrasen nahe dem Linspherbach zum Beispiel ist er ein Ärgernis. Teilnehmer des Programms „Arbeit und Bildung“ entfernen ihn derzeit in mühevoller Handarbeit.

Es ist keine Arbeit, die leicht von der Hand geht: Die 20 Arbeitssuchenden reißen die einzelnen Pflanzen mit Muskelkraft aus dem Boden. Und vor ihnen liegt noch viel Arbeit: Die ganze Wiese am „Hauch“ zwischen der Straße nach Neuludwigsdorf und der Oberlinspher Mühle ist überwuchert von Ginster.

Darunter verbirgt sich magerer, aber wertvoller Borstgrasrasen, der ein Refugium für verschiedene Tier- und Pflanzenarten ist und zum Naturschutzgebiet „Oberlauf des Linspherbaches“ zählt. Dort soll die Biodiversität, also die Artenvielfalt, erhalten bleiben, betont Frank Röbert vom Forstamt Frankenberg. „Aber der Ginster unterdrückt die Arten, die wir hier haben wollen.“

Gewinn für alle Seiten

Den Einsatz der Arbeitssuchenden über den Verein „Arbeit und Bildung“ auf der Fläche sehen die Beteiligten als „Win-win-Situation“. Denn auf der einen Seite profitieren die Teilnehmer: Sie werden durch das Projekt an soziale Kommunikation, einen strukturierten Arbeitsablauf und neue Kenntnisse herangeführt, die ihnen bei der Suche nach einer neuen Stelle helfen sollen, sagt Klaus-Jürgen Klann vom Job-Center, das den Einsatz im Naturschutzgebiet finanziert.

Auch für die Naturschutzbehörden, den NABU und das Forstamt ist die Zusammenarbeit ein Gewinn - denn so können Projekte umgesetzt werden, für die sonst Zeit und Mitarbeiter fehlen.

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