Kirchengemeinde Haina plant Beleuchtung für besondere Anlässe

Licht für die Klosterkirche

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Zum ersten Mal waren die Säulen in der Hainaer Klosterkirche in diesem Oktober von Strahlern beleuchtet. Das warme Licht erhellte die Säulen, ließ Details und Farbwechsel hervorstechen. Die Kirchengemeinde plant nun den Kauf der Beleuchtungsanlage.

Haina (Kloster) - Chorkonzerte am Abend, Mitternachtsgottesdienste oder besondere Feste im Winterhalbjahr - all das war bisher in der Hainaer Klosterkirche nicht möglich, weil Tageslicht und Kerzen die einzige Beleuchtung darstellten. Das soll sich ändern: Die Kirchengemeinde plant den Kauf von Strahlern.

Bis auf eine Lampe im Eingangsbereich gibt es in der Klosterkirche kein elektrisches Licht - „da ist die Kirche noch recht mittelalterlich“, schmunzelt Pfarrer Dr. Jörg Mosig. Für seinen Alltag bedeutet das: Keine abendlichen Veranstaltungen im Sommerhalbjahr und keine besonderen Gottesdienste in der Nacht oder spätabends.

Drei Veranstaltungen in diesem Jahr haben dafür gesorgt, dass sich Küsterin Rosi Scholl und Pfarrer Dr. Jörg Mosig Gedanken um eine Beleuchtung für die Klosterkirche gemacht haben: Es begann mit einem abendlichen Konzert eines ungarischen Chors. Dabei wurde es so dunkel in der Kirche, dass Helfer den Sängern die Noten mit Altarkerzen beleuchten mussten. Die zweite war der Auftritt des Kinderchors des Leipziger Gewandhauses im Sommer. Der Chor hatte dazu seine eigene Beleuchtung mitgebracht. Dabei wurde Küsterin Rosi Scholl klar: „Das wäre die Lösung“. Der dritte und entscheidende Anlass war schließlich der Gottesdienst zum Reformationstag, bei dem Ministerpräsident Volker Bouffier in der Klosterkirche predigte. Die Kasseler Firma „Kunstlicht“ hatte zu diesem Anlass Strahler am Fuße der großen Säulen und über der Chorschranke angebracht - und genau diese Beleuchtung soll nun in den Besitz der Kirchengemeinde übergehen.

Mosig ist noch immer begeistert von der Wirkung, die das warme Licht im Kirchenraum hatte: Plötzlich waren Details erkennbar, die sonst nur in direktem Sonnenlicht zu sehen sind. Die Schlusssteine wurden dadurch in Szene gesetzt, die dezenten Farben der Kirche durch das indirekte, warme Licht betont. „Das war so, wie es sich die Mönche vorgestellt haben: wie ein Stückchen Himmel auf Erden“, schwärmt der Pfarrer. Und so stand sein Entschluss fest: Diese Art der Beleuchtung soll von nun an häufiger in dem historischen Gotteshaus zu sehen sein. Wichtig ist sowohl dem Pfarrer als auch der Küsterin, dass die Strahler nicht fest montiert, sondern nur dann installiert werden, wenn es besondere Anlässe gibt.

Etwa 4000 Euro kostet das gesamte mobile System mit Strahlern, Stativen und Technik, wie es beim „Probelauf“ am Reformationstag eingesetzt war. Volker Bouffier habe bereits 1000 Euro zugesagt, berichtet Pfarrer Mosig. Einen dreistelligen Betrag habe Pröpstin Andrea Wöllenstein gespendet.

Mosig denkt dabei auch an Konzerte, Veranstaltungen an Septemberabenden, an die Osternacht oder Mitternachtsgottesdienste. Auch das ein oder andere Angebot im Herbst oder Winter könnte dabei sein. Sie werden aber Ausnahmen bleiben: Nach wie vor wird die Gemeinde in den kalten Monaten in die Winterkirche ausweichen, denn die Klosterkirche ist ab Herbst bitter kalt.

Licht ist für ihn ohnehin ein Thema in der Kirche: Die besondere Symbolik von Licht und Dunkelheit passe besonders in die Jahreszeit, in der die Klosterkirche sonst ungenutzt ist. Zudem könne die Wirkung von Licht eine ähnliche sein wie die von Musik oder Worten - und passe damit sehr gut in die Kirche. Mit Angeboten wie der „Lichterkirche“ und einer Kerzenprozession zu Epiphanias hat die Hainaer Kirchengemeinde diesen Ansatz schon öfter beeindruckend umgesetzt - allerdings ausschließlich mit Kerzenlicht.

Für die Beleuchtung möchte die Kirchengemeinde unter dem Motto „Licht für Kloster Haina“ Spenden sammeln. Auftakt dazu ist der Klosterweihnachtsmarkt. Dieser findet am 1. Dezember in der Kirche, im Kreuzgang und im Klostergarten statt.

Spenden sind willkommen: Empfänger ist das Kirchenkreisamt, Konto 2659 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, Verwendungszweck: „Kirchengemeinde Hohes Lohr, Licht für das Kloster“.

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