Licht aus im Laterneneck: Urige Römershäuser Dorfkneipe schließt

Sie zapfen das letzte Bier: Auch wenn Anita und Helmut Kernen lächeln, tut es ihnen leid, dass sie die Römershäuser Dorfkneipe Laterneneck nun schließen. Foto: Biedenbach

Römershausen. Im 120-Einwohner-Ort Römershausen geht eine fast 140-jährige Geschichte zuende. Das Laterneneck – die gute alte Schankwirtschaft – schließt seine Pforten. „Es lohnt sich nicht mehr“, sagt das Gastwirt-Ehepaar Anita und Helmut Kernen.

Dass sich die Dorfkneipe überhaupt so lange gehalten hat, ist erstaunlich. Denn die meisten Kneipen rund herum haben schon längst geschlossen – so wie die beiden Gastwirtschaften im Nachbarort Bockendorf.

Der Sportschau-Stammtisch am Samstag und der Stammtisch der Alten Herren mit Männern sogar aus Haubern und Allendorf-Hardtberg gehörten noch zu den treuen Gästen im Laterneneck. Doch die Zahl der Mitglieder nahm ab. „Die Gäste werden älter“, sagen die Kernens, die das Lokal im Nebenerwerb am Wochenende betrieben.

Hin und wieder hielten Mitglieder von Feuerwehr, Ortsbeirat und Theatergruppe noch ihre Treffen im Lokal ab. Manchmal kam auch eine Motorradgruppe und ganz selten mal eine Wandergruppe vorbei.

Zu wenig Gäste, damit für die Gastwirt-Familie am Ende etwas übrig bleibt – nach Abzug der Nebenkosten für Versicherungen, Beiträge für den Hotel- und Gaststättenverband, Heizkosten und hohe Gema-Gebühren für den Fernseher. All das lasse sich durch höhere Getränkepreise gar nicht auffangen, sagt Helmut Kernen. Mit 1,70 Euro für ein 0,3-Liter-Glas Pils und zwischen 1 bis 1,80 Euro für einen Schnaps waren die Preise moderat. „Viel mehr kann man auf dem Land nicht verlangen.“

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Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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