Frankenberg

Liebfrauenkirche in einem anderen Licht

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- Frankenberg (sr). „Wir haben unsere Kirche in einem ganz anderen Licht gesehen“: Mit diesen Worten brachten Besucher am Freitagabend ihre Begeisterung zum Ausdruck. Der Kulturring freute sich über mehr als 200 Besucher beim Orgel- und Lichtkonzert zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde in der Liebfrauenkirche.

Rund 100 Strahler in verschiedenen Farben setzten die Architektur des gotischen Gotteshauses eindrucksvoll in Szene. Besonderer Reiz der gut einstündigen Vorführung: Nichts war einstudiert, alles von den beiden Künstlern rein aus ihrer Stimmung heraus improvisiert. Der ehemalige Frankenberger Kantor Marc Neufeld brachte die Frankenberger Orgel zu ihrem 40. „Geburtstag“ zum Klingen. In Anlehnung an den Choral „Himmel, Erde, Luft und Meer“ spielte er Improvisationen mit einer großen Klangvielfalt. Der mittlerweile in Schaffhausen tätige Arzt hatte sich im Vorfeld einige Motive überlegt und Akkorde aufgezeichnet, um das Thema musikalisch umsetzen. Das Konzert des Kulturrings war sein letzter vorgeplanter Auftritt in der Illerstadt, wo er viele Anhänger gewonnen hat. Am Donnerstag leitete er einen Workshop „Singen mit Kindern“ in der Bottendorfer Kindertagesstätte. Der Lichtdesigner Jörg Rost aus Schwerte ließ sich von den Orgelklängen Neufelds inspirieren und steuerte am Mischpult die Beleuchtung. Rost füllte den Chorraum mit unterschiedlichen Lichtstimmungen: Rot, Lila, Orange oder Grün. Die Altarkerzen ganz in weiß, zwei Pflanzen in leuchtendem Grün, die gotischen Säulen im warmen Rot. Rost verzauberte die Besucher des historischen Bauwerks. Der Designer spielte mit der Musik und verlieh ihr mit Licht zusätzlichen Ausdruck. „Ich schaffe mit den Lichteffekten neue Räume und lasse Räume verschwinden“, erklärte. Rost ist deutschlandweit mit seiner Lichtkunst unterwegs. Dank der Unterstützung von vier Helfern aus dem Kulturring hatte er seine Technik in nur drei Stunden aufgebaut. Alle Scheinwerfer standen auf dem Boden und lenkten die Aufmerksamkeit auch auf die Deckenmalerei der Liebfrauenkirche. Einige Strahler waren auch außen hinter dem Chorraum angebracht und setzten die hohen Fenster in einem Gelbton in Szene. Vor dem Turmeingang verliehen rotleuchtende Strahler dem Sandstein besonderen Ausdruck. Das Konzert geht auf eine Idee von Susanna Krobisch vom Kulturring zurück. Vorsitzender Werner Bistritz hatte die Besucher im vollbesetzten Mittelschiff der Liebfrauenkirche begrüßt. Fast alle waren begeistert und regten eine Wiederholung des Lichtkonzerts an.

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