Faule und tote Äste stellten Gefahr für Fußgänger dar

Linde vor dem Frankenberger Amtsgericht ist gefällt

Frankenberg - Die Linde vor dem Amtsgericht stellte eine Gefahr für Fußgänger dar. Noch vor Schuljahresbeginn wurde sie deshalb gefällt und die Äste zum Teil direkt vor Ort zu Hackschnitzeln zerkleinert.

Unzählige Straftäter sind an ihr vorbeigegangen und hatten wohl keinen Blick übrig für die Linde, die in 120 Jahren zu einem mächtigen Baum geworden war. Doch manch Richter, Anwalt oder Bediensteter mag den Schatten der Linde an heißen Sommertagen genossen haben. Keine drei Stunden dauerte es, bis eine Fachfirma den Baum gestern morgen Stück für Stück zersägt und den Stamm gefällt hatte. Von einem Kran aus zerlegte Bernd Rohde mit einer Kettensäge zunächst Ast für Ast in kleine Stücke. Die dünneren Äste zerkleinerte ein mobiler Häcksler vor Ort, die dicken Stücke nahm die ausführende Firma auf einem Transporter mit. Neue Pflanzung geplant Nachdem alle dünneren Äste entfernt waren, arbeiteten sich die Fachleute Stück für Stück nach unten vor – bis zur den Stellen, an denen die verschiedenen Äste aus dem Stamm wuchsen. Den restlichen Stamm, etwa drei Meter hoch, fällte Jonas Grosche dann auf Bodenhöhe. Die Wurzeln frästen die Mitarbeiter der Fachfirma mit einer speziellen Fräse aus. Denn nach Angaben von Jürgen Arnold, Hausmeister am Amtsgericht, soll an derselben Stelle wieder ein Baum gepflanzt werden. Theoretisch sei es auch möglich, die gesamten Stämme abzusägen, erläuterte Bernd Rohde. Das sei bei der Linde vor dem Amtsgericht aber zu gefährlich gewesen: Sie hätte zur Seite stürzen können. „Der Baum war bereits verspannt“, sagte Rohde und verwies auf die Drahtseile, die die Stämme zuvor miteinander verbanden und somit stabilisierten. Die oberen Äste der Linde waren zum Teil schon völlig abgestorben und vertrocknet, weiter unten stellten die Facharbeiter bereits Fäulnis fest. Am Stamm wurde der Grund für die Fällung sichtbar: Der Baum war morsch. Das hatte eine Baumkontrolle im Juli ergeben, die Experten von Hessen-Forst im Auftrag des Hessischen Immobilien-Managements übernommen hatten (FZ berichtete). Einige Äste hatten bereits begonnen abzusterben.Mit Stahlseilen war die Krone deshalb zusammengehalten worden. Nicht nur Fußgänger auf dem Bürgersteig, sondern auch Autofahrer auf der stark frequentierten Geismarer Straße waren gefährdet.

von Andrea Pauly 
und Mark Adel

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