Seit 45 Jahren im Dienst des Dorfgemeinschaftshauses

„Lisbeth“ wacht über den Schlüssel

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Battenberg-Frohnhausen - Kaum ein Abend, an dem es nicht an der Haustür klingelt. "Lisbeth, geb mer mol den Schlissel fers Gemeinschaftshaus." Seit 45 Jahren wacht sie darüber, dass der Schlüssel auch wieder zurückkommt - ehrenamtlich.

„Es ist ja nur ein Katzensprung zu mir nach Hause“, sagt Elisabeth Henkel nach dem Fototermin mit Ortsvorsteher Bernd Strieder und Bürgermeister Heinfried Horsel. Und das war es auch schon vor 45 Jahren, als das Dorfgemeinschaftshaus neu gebaut und gerade eröffnet worden war. Wie genau sie damals an den „Schlüsseldienst“ gekommen ist, weiß sie gar nicht mehr - aber dass sie die erste war, die einen Blumenstock in den Flur des Neubaus gestellt hat, daran erinnert sie sich noch genau.

Wie auch ihr schon verstorbener Mann Karl hat auch Elisabeth Henkel sich stets fürs Dorf engagiert. Den Schlüsseldienst will die 81-Jährige noch weiter übernehmen, so lange es eben geht. Sie sei immer darauf bedacht, dass der Schlüssel auch zurückgebracht wird, sagt Bernd Strieder. Doch Ärger habe es nie gegeben, „Lisbeth“ sei beliebt. „Sie ist zuverlässig, sorgfältig und die Leute gehen gerne zu ihr.“ „Was habe ich schon dahinterhertelefoniert“, ergänzt die Seniorin. Das Dorfgemeinschaftshaus wird rege genutzt. Weil die Vereine keinen eigenen Schlüssel haben, klingelt es fast täglich an der Haustür, „manchmal zweimal abends, es ist ja immer Betrieb hier“.

Auch bei Geburtstagen oder anderen Feiern wird das Haus noch immer gern genutzt, auch wenn das wie vielerorts nachgelassen hat. Elisabeth Henkel ist fast immer zu Hause - „und wenn nicht, dann müssen sie halt noch mal kommen“. Ansonsten hilft auch die Familie, „die hat mich immer unterstützt“.

Bis 1990 gab sie auch den Schlüssel für die Wäscherei aus, die im Erdgeschoss des Dorfgemeinschaftshauses, dem heutigen Jugendraum, untergebracht war. Irgendwann habe es Streit unter den Frauen gegeben, wer zu welcher Zeit waschen darf. „Das war ein Zirkus.“ Elisabeth Henkel gab kurzerhand einen Schlüssel an der Frauen mit dem Hinweis, sich selbst zu einigen.

Geld hat sie nie bekommen, aber Bernd Strieder hat ihr schon häufiger zu Jubiläen gedankt - auch diese Woche, als er gemeinsam mit Bürgermeister Horsel Blumen und Süßes überreichte. „Es ist eine besondere Leistung, sich 45 Jahre lang so um das Dorfgemeinschaftshaus zu bemühen“, sagte Horsel.

Bernd Strieder ist optimistisch, dass Elisabeth Henkel den Schlüssel noch ein paar Jahre ausgibt: „Das war nur eine Zwischenstation“, sagte er über die Ehrung. Das sieht die Seniorin genau: Sie will das Ehrenamt noch einige Jahre übernehmen.

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