Literarischer Frühling: Lehrer über ihre Erfahrung mit Günter Grass im Unterricht

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Lehrer der Edertalschule mit Büchern von Günter Grass: Christa Eidam-Kraft mit "Im Krebsgang", Benjamin Cassel mit "Die Blechtrommel" und Andrea Schöne mit "Mein Jahrhundert". Foto: Maier

Frankenberg. Leichte Kost ist Günter Grass ganz gewiss nicht – darin sind sich die Deutschlehrerinnen Christa Eidam-Kraft und Andrea Schöne und Referendar Benjamin Cassel von der Edertalschule einig.

Ihn den Schülern schmackhaft zu machen, bedürfe schon einiger Anstrengung. „Seine Werke sind schon ein bisschen schwierig und in der Schule relativ schwer zu vermitteln“, sagt Eidam-Kraft. Oft werde der Klassiker im Unterricht nicht behandelt.

Nichtsdestotrotz: Als Persönlichkeit genießt Günter Grass unter den drei Lehrkräften großes Ansehen. „Ich bin mit Grass großgeworden. Ich respektiere und bewundere ihn wegen seines politischen Engagements“, sagt Christa Eidam-Kraft vor der Lesung des Autors beim Literarischen Frühling in Waldeck-Frankenberg. Auch für Andrea Schöne ist der Autor mehr eine moralische Instanz. Mit seinen Werken könne sie persönlich weniger anfangen.

Das Buch „Katz und Maus“, die Geschichte zweier junger Männer zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, etwa habe Eidam-Kraft schon mit Schülern durchgenommen. Deren Reaktion: „Die waren eher gelangweilt.“ Es sei ein Thema gewesen, das zu weit weg von dem Leben der Schüler gewesen sei, sie einfach nicht gefesselt habe. Auch von der Schreibweise her sei es sehr schwierig gewesen.

Benjamin Cassel könne sich vorstellen, später mit seinen Schülern „Im Krebsgang“ zu behandeln. Das Buch ist erst 2002 erschienen und thematisiert ebenfalls Wirrungen des Zweiten Weltkriegs. „Es ist schön kurz und auch die Erinnerungsthematik ist interessant“, sagt der Referendar. Allerdings müsse man das didaktisch sehr gut aufbereiten und sich genau überlegen, welchen Aspekt des Buches man für den Unterricht herausgreift.

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Quelle: HNA

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