Haina/Frankenau

Löhlbacher Grundschule steht vor dem Aus

- Haina-Löhlbach (apa). Die Löhlbacher Erstklässler werden im Schuljahr 2010/2011 in Frankenau unterrichtet. Was mit allen anderen Löhlbacher Schülern geschieht, muss der Landkreis als Schulträger entscheiden.

Am Donnerstag hat das Staatliche Schulamt in Fritzlar positiv über die zwölf Gestattungsanträge für Löhlbacher Kinder entschieden und Bürgermeister Backhaus telefonisch darüber informiert. Die Entscheidung des Schulamtes hat weitreichende Folgen: Mit dem Wegfall der neuen ersten Klasse gibt es auch keine Klasse 1/2 mehr. Die zweite Klasse mit nur zehn Kindern wird nicht allein beschult. Somit verbleiben die Jahrgänge 3 und 4, die ebenfalls gemeinsam unterrichtet werden. Doch für eine einzige Klasse wird eine Schule nicht aufrechterhalten. Somit müssen alle rund 40 Löhlbacher Grundschulkinder die Schule wechseln. Wo die Klassen zwei, drei und vier künftig unterrichtet werden, muss der Landkreis als Schulträger nun „so schnell wie möglich entscheiden“, sagte der zuständige Mitarbeiter Friedhelm Pfuhl. Er betonte, dass es das oberste Ziel sei, die Schule in Haina zu sichern. „Sie ist nicht gefährdet. Sie wird von uns so gestärkt, dass sie bestehen kann“, unterstrich Pfuhl. Eine Tendenz, in welche Schule die übrigen 30 Schüler nach den Sommerferien gehen sollen, gebe es bisher nicht, sagte Pfuhl. „Wir sind dabei, die Möglichkeiten auszuloten.“ Dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Schulen: In Frankenau sind genügend Räume vorhanden. In Haina können nur vier Klassen unterrichtet werden. Noch steht nicht fest, ob die Klassengrößen inklusive der Löhlbacher Schüler die Zahl von 25 übersteigen würden. Dann müssten die Klassen aufgeteilt werden – und dafür gibt es in Haina nicht genügend Klassenräume. Sollten die Löhlbacher Kinder in zwei oder drei Jahren in Haina eingeschult werden, müsste dort angebaut werden. Dies schloss Pfuhl vom Landkreis nicht aus.

„Durch die Genehmigung ist die Schule in Löhlbach tot“ – so lautet das Fazit von Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus. Für ihn ist das Vorgehen ein „klarer Missbrauch“ des Paragraphen 66 im Hessischen Schulgesetz, in dem die Gestattungen festgeschrieben sind. „Sie sollten eine Ausnahme sein“. Wenn dies nicht mehr gelte, brauche es keine Schulbezirksgrenzen mehr. Der Rathauschef zeigte sich fassungslos über das Verhalten des Schulamtes. Backhaus hatte das Schulamt darum gebeten, die Entscheidung so lange aufzuschieben, bis der Standpunkt der zwölf Ortsbeiräte bekannt ist. Auf diese Bitte ging das Schulamt nicht ein. Der zuständige Aufsichtsbeamte Rolf Römer war am Donnerstag nach Bekanntwerden der Entscheidung nicht zu erreichen.Nach Ansicht des Bürgermeisters wäre eine andere Vorgehensweise nicht nur „fairer und sauberer“, sondern auch naheliegender gewesen: „Es hätte nur etwas an der Unterrichtsqualität in Löhlbach gemacht werden müssen. Hier hat die Schulleitung Frankenau ganz klar versagt.“ Susanne Weber, Schulleiterin in Frankenau, ist derzeit auch für die Schule in Löhlbach zuständig. Auch sie war nicht zu erreichen.

Am Montag, 26. April, beginnt um 20 Uhr ein Elternabend für die Löhlbacher Eltern im Dorfgemeinschaftshaus zum Thema Grundschulen.

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