Lösungsansätze sind gefragt

Bon-Pflicht: Waldeck-Frankenberger Betriebe haben andere Sorgen

Pflicht bei jedem Einkauf: Der Kassenbeleg muss auch bei kleinen Beträgen ausgedruckt werden. Häufig nehmen die Kunden den Bon aber gar nicht mit.
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Pflicht bei jedem Einkauf: Der Kassenbeleg muss auch bei kleinen Beträgen ausgedruckt werden. Häufig nehmen die Kunden den Bon aber gar nicht mit. Foto:

Steuerbetrug soll verhindert werden, doch um welchen Preis? Durch die Kassenbon-Pflicht haben die Einzelhändler seit Januar nicht nur mit viel Müll, sondern auch mit höheren Kosten und einem größeren Zeitaufwand zu kämpfen. Wie gehen die Waldeck-Frankenberger Betriebe mit dem Gesetz um? Unsere Zeitung fragte zwei Inhaber nach ihren Erfahrungen mit der Bon-Pflicht.

Waldeck-Frankenberg – Bereits im Dezember berichteten wir über Dirk Weber. Der Sachsenberger ist Inhaber einer Bäckerei mit vier Filialen im gesamten Landkreis. Der Unmut bei seinen Kunden war groß. Sie schmissen die Kassenbelege vor die Ladentür und beschwerten sich lautstark und das, obwohl Weber nur das neue Gesetz erfüllte.

Dirk Weber, Bäckerei-Inhaber

Mittlerweile hat sich die Lage wieder etwas entspannt. „Die Kunden haben sich daran gewöhnt“, sagt er, „trotzdem nehmen nur die Wenigsten den Bon mit nach Hause.“ Der Bäckermeister zeigt Verständnis: „Für ein Plunderteilchen ist ein Beleg nicht unbedingt nötig.“

Deshalb schlägt er vor: „Als Kompromiss fände ich es sinnvoll, wenn ab fünf Euro ein Beleg ausgedruckt würde. Bei Wunsch des Kunden natürlich immer.“ Die digitalen Kassen dokumentieren nämlich sowieso alle Verkäufe. „Die vielen Belege werden im Restmüll entsorgt“, sagt er, „so könnte ein Teil eingespart werden.“

Franz Kirchner, Leiter der Hirsch-Apotheke

Einen besonderen Einfall hatte Franz Kirchner. Der Inhaber der Korbacher Hirsch-Apotheke stellte Ende Januar eine Spendenbox vor der Kasse auf. Seine Idee: Die Kunden haben die Möglichkeit die unerwünschten Kassenbelege einzuwerfen und sorgen damit für eine Spende an einen guten Zweck. „Mit diesem Projekt möchten wir die Arbeit des TSV Korbach fördern“, berichtete er Anfang des Jahres.

Fünf Prozent jedes eingeworfenen Bons werden zu einem Gesamtbetrag addiert, der dann von der Apotheke gespendet wird. Über ein halbes Jahr nach dem Start der Aktion verrät er nun: „Der Verein kann sich schon jetzt auf eine schöne Summe freuen.“

Mit dem Gesetz ist Kirchner jedoch immer noch unzufrieden. „Die Bon-Pflicht kostet uns nach wie vor viel Zeit und ist meiner Meinung nach völlig überzogen.“ sk Fotos: PR

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