Zwei Flugtage am Wochenende zum 40-jährigen Bestehen des Modellflugclub „Edertal“ lockt Hunderte

Loopings mit Fliegern im Miniformat

Battenberg-Frohnhausen - Die Zuschauer erlebten waghalsige Flugmanöver und eine Vielfalt an Flugzeugmodellen.

Zu seinem 40-jährigen Bestehen hatte der Modellflugclub „Edertal“ am Samstag und Sonntag zu Flugtagen auf das Fluggelände zwischen Frohnhausen und Laisa eingeladen. Bis in die Nacht ließen die Piloten ihre Modelle starten und zeigten den zahlreichen Besuchern ihr Können.

Ein kleines Flugzeug rast über die Köpfe der Zuschauer hinweg, die Kinder schreien vor Freude auf und zeigen auf den kleinen Düsenjet, der flink hinter den Wolken verschwindet und nicht mehr zu sehen ist. Nur die Motorengeräusche sind noch zu hören, dann taucht das Modellflugzeug wieder auf, es begibt sich in einen Sturzflug, der in einen Salto mündet.

Applaus der Zuschauer

Über dem Boden wird der Jet von Moderator Klaus Westerteicher mit einer Radarpistole eingefangen: „Über 400 Stundenkilometer“, berichtet er - das Publikum jubelt. Gekonnt lässt Michael Breuer seinen Düsenjet im Gleitflug auf der Wiese landen und erntet den Applaus der Zuschauer. Zahlreiche Besucher beobachten die waghalsigen Flugmanöver und lassen sich das Hobby näher bringen.

Das Modellfliegen sei ein echter Familiensport: „Der Virus vererbt sich innerhalb der der Familie und wird schon mit der Muttermilch aufgesogen“, erzählt Schriftführer Kurt Vaupel augenzwinkernd. Und der Vorsitzende Gerhard Otto fügt hinzu: „Die Väter bringen ihre Söhne mit her, und die Frauen treffen sich ebenso hier“.

In 40 Jahren Vereinsgeschichte haben die Freizeitpiloten schon einige „Umzüge“ erlebt. Bis 1973 befand sich ihr Fluggelände noch in Haine, bis 1991 in Bottendorf. Dieses Flugfeld musste allerdings wegen der Nähe zur Burgwald-Kaserne aufgegeben werden. Seit 1991 liegt das Fluggelände zwischen Frohnhausen und Laisa. Es sie der ganze Stolz des Vereins - und mache mit etwa 8000 Quadratmeter Rasenfläche auch eine Menge Arbeit, erzählt Vaupel.

2008 bauten die Mitglieder die Vereinshütte und 2011 eine 90 Meter lange gepflasterte Start- und Landebahn. „Die ist wichtig, damit auch die ganz kleinen Modelle starten können, die auf dem Rasen sonst leicht ins straucheln geraten können,“ erklärte Vaupel. „Und auch für die Düsenjets ist es so besser.“

Derzeit 75 Mitglieder

Der Modellflugclub zählt derzeit 75 Mitglieder, die sich das ganze Jahr über treffen, um ihre „Schätzchen“ in die Lüfte starten zu lassen - meist am Wochenende. Sie decken die gesamte Palette des Flugmodellbaus ab: Motorflugzeuge, Segelflieger, Elektroflugzeuge, Düsenjets und Hubschraubermodelle, die den Originalen detailgenau nachempfunden sind.

Eine große Auswahl war am Wochenende zu sehen. Beim Flugtag am Samstag zeigten 65 Piloten aus ganz Deutschland ihr Können und ihre Modelle, darunter viele Eigenkonstruktionen, die sie nach Originalunterlagen maßstabsgetreu nachgebaut haben. Bei den mehr als 100 Modellen übertrumpften sich die Modellbauer gegenseitig.

Nachgebaute Flugzeuge aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg waren ebenso zu bewundern wie moderne Düsenjets und Modelle von Passagierflugzeugen. Dabei gibt es für die meisten Typen noch nicht einmal Bausätze, vieles haben die Modellflieger nach dem Original entworfen und nachgebaut.

„In einem Modell mit drei Metern Flügelspannweite stecken etwa 1500 Arbeitsstunden“, sagt Vaupel. „Die Piloten hängen mit Leib und Seele an so einem Modell.“ Insofern sind auch die Flugmanöver stets kalkuliert: Niemand will einen Totalschaden riskieren.

Die Liebe zum Detail zeigte auch Armin Nebel aus Erlenbach bei seinem „Futura“-Kunstflugjet. Der Düsenjet fliegt wie sein großes Vorbild auch mit Kerosin und schafft so 180 bis 200 Stundenkilometer.

Mit seinen Kollegen zeigte Nebel im Formationsflug sein Können. Auch Jan Dominik Will ließ sein Modell „Extra 330“ in den Himmel steigen und zeigte den Besuchern zahlreiche Loopings und Sturzflüge. Seit 15 Jahren sei er im Modellflug aktiv, erzählt er und zeigt sein Modell, dass bei drei Metern Flügelspannweite etwa 18 Kilo wiegt und mit einem 18 PS starken Motor angetrieben wird.

Starke Winde

Beim Fliegen hatten die Piloten allerdings mit dem starken Wind zu kämpfen. Das seien schon sehr extreme Bedingungen, ein Anfänger könnte bei diesen Verhältnissen kaum starten, berichtet Vaupel. Aber zum Glück seien die Piloten Profis.

Am Samstag starteten zahlreiche Modellen noch bis spät in die Nacht in den Himmel über Frohnhausen. Auch für Essen und Getränke war gut gesorgt. So konnten sich die Besucher eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen schmecken lassen, und die Flugprofis beim Starten und Landen beobachten. Außerdem wurde an einigen Ständen Modellbauzubehör angeboten.

Besondere Gratulanten zum „runden Geburtstag“ waren der Landesmodellflugreferent Karl Scharning und der Vizepräsident des hessischen Luftsportbundes HLB, Hans Kodubel. Sie überreichten den Piloten des Modellflugclubs eine Urkunde und einen Ehrenteller.

Von Katharina Beule

1118883

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare