Katharina Herzog leitet Segelflug-Werkstatt in Allendorf

Lust am Fliegen und Spaß an Technik - Video

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Katharina Herzog, Leiterin der Segelflugwerkstatt am Allendorfer Flugplatz (rechts) mit ihren Helfern Simon Briel, Frederic Paul, Stefan Schulte und Svenja Schmidt (von links). Fotos: Mark Adel

Allendorf (Eder) - Den Lack auf Hochglanz polieren, die Instrumente überprüfen, das Cockpit fit für die neue Saison machen: Damit die Segelflug-Piloten in die Luft gehen können, ist viel Arbeit am Boden nötig. Darum kümmert sich beim Luftsportverein Ederbergland Katharina Herzog (34).

Die Freiheit über den Wolken hat Katharina Herzog schon als Kind gepackt. „Aber erst nach dem Studium habe ich mit dem Fliegen begonnen.“ 28 Jahre war sie da, doppelt so alt wie andere Flugschüler: „Verglichen mit der Jugend hat man Defizite“, sagt sie und lacht. Längst ist die inzwischen 34-Jährige leidenschaftliche Segelfliegerin geworfen, in den Sommermonaten ist sie etwa jedes zweite Wochenende in der Luft. Und nicht nur das: Beim Luftsportverein Ederbergland in Allendorf kümmert sie sich um Wartung und Pflege der Segelflugzeuge.

Als der LSV vor drei Jahren eine neue Werkstattleiterin suchte, ließ sie sich nicht lange bitten. Zu groß ist die Begeisterung für Technik, zu gerne schraubt sie. Nach der Schule hat sie eine Lehre zur Kfz-Mechanikerin abgeschlossen und anschließend Maschinenbau in Gießen studiert. Als System-Ingenierin arbeitet sie bei den Viessmann-Werken in der Produktentwicklung.

Die ersten Flüge unternahm sie in Schönstadt, über Arbeitskollegen kam sie zum LSV - und machte dort schnell durch ihr Engagement und die Begeisterung für Technik auf sich aufmerksam. „Ich bin da so reingerutscht“, sagt sie. Um die drei Segelflugzeuge warten zu dürfen, hat sie einen zweiwöchigen Lehrgang zur Werkstattleiterin besucht. Voraussetzung dafür ist ein Flugschein. In dieser Funktion gehört die Schreufaerin auch dem LSV-Vorstand an.

Viele Wochenenden verbringt sie in der Werkstatt, vor allem im Winter. Dann müssen die Segelflugzeuge überprüft und grundgereinigt werden. „Das sind viele administrative Aufgaben.“ Die 34-Jährige überwacht beispielsweise die Inspektionsintervalle der Instrumente. Zusammen mit den Flugschülern werden Tragflächen poliert und Motoren ausgebaut. „Wir haben hier viel Spaß, langweilig wird es nie“, verrät sie - und es gebe keine Arbeit an den Segelflugzeugen, die sie nicht möge. Dass die Finger schnell schwarz sind, macht ihr überhaupt nichts aus. Ein bisschen kribbelig wird ihr nur, wenn ein Prüfer die geräte unter die Lupe nimmt. Meistens sind es etwa fünf Helfer, die sich in der Werkstatt treffen - im Winter sogar jedes Wochenende.

Den Jugendlichen macht dass ebenso viel Spaß wie ihrer „Chefin“, doch die Hilfe gehört auch zu den Aufgaben der Mitglieder. 30 Stunden Arbeit sollen pro Jahr abgeleistet werden. Besonders beliebt bei den Fliegern ist die noch junge ASK 21 Mi - ein zweisitziges Segelflugzeug mit Motorunterstützung. Auch Katharina Herzog hat es der jüngste LSV-Segler besonders angetan: „Die ist grundgutmütig.“

Denn so gern sie auch in der Werkstatt arbeitet, so sehr sehnt sie den Beginn der Flugsaison Ende April herbei.

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