Volkstrauertag: 200 Menschen bei zentraler Gedenkfeier in Frankenberg

Mahnung und Zuversicht

Militärischer Ehrenzug: Soldaten des EloKa-Bataillons der Burgwaldkaserne wirkten in Frankenberg an der Gedenkfeier zum Volkstrauertag mit. Fotos:  Clausen

Frankenberg. Nachdenkliche und mahnende Worte fanden kirchliche und politische Vertreter am Volkstrauertag auf dem Frankenberger Friedhof. Wie in anderen Orten des Frankenberger Landes kamen auch zu dieser größten Gedenkfeier des Altkreises gestern zahlreiche Menschen, um an die Toten der beiden Weltkriege zu erinnern.

Dekanin Petra Hegmann hob den Volkstrauertag als Tag gegen das Vergessen hervor. Sie erinnerte an die unzähligen Kriegsopfer aller Völker, an die Soldaten, die in den Weltkriegen starben, aber auch an die Menschen, die als Vertriebene oder Flüchtlinge ums Leben kamen, und an die, die getötet wurden, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft leisteten. Sie erinnerte auch an die Opfer von Terrorismus und an die Bundeswehrsoldaten, die im Ausland ihr Leben verloren.

Gewalt habe viele Gesichter und immer fordere sie unschuldige Opfer, sagte die Dekanin. Zu beklagen sei die Unfähigkeit zum Frieden und die mangelnde Zivilcourage. Sie rief dazu auf, nicht bei Klagen stehen zu bleiben, sondern Kraft zu finden, um sich für Frieden einzusetzen.

Landrat Dr. Reinhard Kubat nannte den Volkstrauertag einen der „stillen Feiertage“, der zur Einkehr, zum Gedenken und zur Besinnung mahne. Der gewaltsame Tod sei immer sinnlos, betonte Kubat. Am Volkstrauertag blicke man zurück, zugleich aber müssten die Gedanken der Gegenwart gewidmet sein. Deutsche Soldaten befänden sich weltweit in Friedenseinsätzen, etliche mussten ihr Leben lassen. Damit habe der Volkstrauertag auch für die jüngere Generation wieder eine ganz andere Bedeutung erhalten. Dabei erinnerte er an Pfingsten 2003, als Frankenberger Soldaten in Kabul bei einem Anschlag ums Leben kamen.

Der Volkstrauertag sei keine Pflichtübung, sondern eine innere Verpflichtung, so der Landrat, der diesen Tag nicht nur als Tag des Erinnerns und der Mahnung, sondern auch als Tag der Hoffnung und Zuversicht für eine friedliche Zukunft sieht.

Verbände legten Kränze ab

Die Gedenkveranstaltung wurde musikalisch durch die Liedertafel Frankenberg/Schreufa unter Leitung von Günter Retzlik und den evangelischen Posaunenchor Frankenberg unter Stabführung von Kantor Alexander Meyer begleitet. Bei der Melodie: „Ich hatte einen Kameraden“ nahmen die Soldaten des Militärischen Ehrenzuges die Helme ab. Kränze legten unter anderem der Kreisverband der Spätheimkehrer, das Frankenberger EloKa-Bataillon, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Feuerwehr sowie der Sozialverband VdK nieder. (cz)

Von Hans Werner Clausen

Quelle: HNA

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