Pfingstmarkt: Marsch in den Listenbach

Maizug durch Frankenberg

Die Ortenbergschule, die einstige Frankenberger Stadtschule, prägte den Maizug. Auf einem großen Schild wiesen die kostümierten Schüler auf das 100-jährige Bestehen der Schule hin.

Frankenberg - Der Maizug zum Pfingstmarkt-Auftakt: für Generationen von Schülern eine Selbstverständlichkeit. Doch ohne die Ortenbergschule würde es den besonderen Frankenberger Brauch wohl nicht mehr geben. Gestern prägte die einstige Stadtschule den Umzug in besonderer Art.

In ihrem Jubiläumsjahr beteiligte sich die Ortenbergschule mit vielen unterschiedlichen Kostümgruppen an dem Maizug, der sich wie seit Jahrzehnten auf dem Burgberg aufstellte und dann über den Obermarkt und durch die Neustädter Straße und die Hainstraße zur Ederberglandhalle zog.

Mit diesen Motivgruppen erinnerten die Mädchen und Jungen nicht nur an das 100. Bestehen der einstigen Stadtschule, aus der alle anderen Frankenberger Grundschulen hervorgegangen sind, sondern auch an die Geschichte des besonderen Brauchs, der eine jahrhundertealte Tradition ist.

Schon im 19. Jahrhundert zogen Lehrer und Schüler durch die Stadt, in Erinnerung an die Tradition der „Grenzzüge“ aus dem 18. Jahrhundert. Die Ortenbergschule war es schließlich, die nach den Kriegsjahren diesen besonderen Brauch 1948 wieder aufleben ließ.

Gestern beteiligten sich alle Frankenberger Grundschüler bunt kostümiert an dem Umzug, der von Bürgermeister Rüdiger Heß und Ehrengästen angeführt wurde. Erstmals dabei war auch eine Abordnung der Friedrich-Trost-Schule. Den Takt gaben die Dodenauer Feuerwehrkapelle und die Frankenberger Stadtkapelle vor. Ein beliebtes Fotomotiv der mehreren Hundert Zuschauer war das imposante Licher-Gespann mit den sechs Kaltblütern.

Gerstensaft aus dieser Brauerei ließen sich ab dem späten Vormittag Dutzende Männer schmecken, die nach dem Maizug in Kleingruppen in den Listenbach gewandert waren. Im Wald zwischen Willersdorf und Frankenberg pflegten sie die Geselligkeit - und stimmten sich der Tradition entsprechend mit Bier und ohne Damen auf die tollen Pfingsttage ein.

Recht behielt dabei der Stadtverordnetenvorsteher Rainer Hesse. Er hatte zuvor, während andere Listenbach-Gänger mit Verweis auf den Wetterbericht den angekündigten Regen thematisierten, verbal Entwarnung gegeben: „Solange ich in den Listenbach gehe, hat es mir noch nie ins Bier geregnet. Und das liegt nicht daran, dass ich einen Deckel auf dem Glas liegen habe.“

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