Verschönerung des Bahnhofs-Umfelds

Makel in einer herausgeputzten Stadt

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Frankenberg - Die runderneuerte Bahnhofstraße ist so gut wie fertiggestellt, auf dem Raiffeisengelände entsteht in den nächsten Monaten ein modernes Einkaufszentrum, auch der Röddenauer Kreisel ist noch nicht all- zu alt: Frankenberg putzt sich heraus - diese Bemühungen sollen am Bahnhof nicht enden.

Einladend ist das „Eintrittstor“ nach Frankenberg nicht. Wer mit dem Zug in die Ederstadt kommt, dem kann es kaum verübelt werden, wenn er auf dem Absatz wieder umdrehen möchte. Die nagelneue, freundliche Bahnhofstraße, die großzügige Fußgängerzone, die historische Altstadt mit dem Rathaus und der Liebfrauenkirche - all das würde dem Besucher entgehen. Der Bahnhof wirft in seinem derzeitigen Zustand ein schlechtes Bild auf die Stadt. Wenn die Bahnstrecke nach Korbach wieder in Betrieb geht, wird aus dem Kopfbahnhof mit gelegentlichem Anschluss nach Herzhausen wieder ein Durchgangsbahnhof - deutlich mehr Menschen dürften sich dann vom Zug aus einen ersten Eindruck von Frankenberg machen. Ändert sich am Bahnhof nichts, wäre dieser selten ein guter.

„Ich bin seit Jahren der Auffassung, dass das ein unhaltbarer Zustand ist“, sagt Landrat Reinhart Kubat mit Blick auf den Bahnhof und sein Umfeld. Er sagt sogar: „Es ist ein Bild des Grauens“ - gerade abends, wenn das Areal weitgehend unbeleuchtet ist. Zustimmung erfährt der Landrat von Bürgermeister Rüdiger Heß und dem Stadtver- und Kreisbeigeordneten Hermann Hirt (SPD). Gemeinsam wollen sich die drei dafür einsetzen, dass sich am Bahnhof endlich etwas tut.

Kein Interesse des Investors

Initiativen zur „Attraktivierung des Bahnhofsumfelds“ hatte es in den vergangenen Jahren einige gegeben. Sogar Anlieger wollten für das Gebäude sorgen -ohne Erfolg. Seitens des Investors gebe es wenig Interesse am Bahnhof, erklärt der Bürgermeister. „Er sieht das Gebäude aus meiner Sicht als Abschreibung-Objekt“, erklärt er. Ein Verkauf sei wohl nicht vorgesehen - ob an einen anderen Investor oder zurück in die öffentliche Hand. Denn da gehören Gebäude und Grund laut Kubat eigentlich hin.

Doch wenn die Bahnhofstraße glänzt, ein Einkaufszentrum lockt, dann muss etwas geschehen. Daher möchten Stadt und Kreis notfalls auch ohne den Investor etwas tun - mit der Bahn im Boot. Ihr gehören noch einige Gebäude, etwa das alte Lager. Auch die Gleisanlagen befinden sich in der Hand der Bahn - Ansatzpunkt für Heß, Hirt und Kubat für Pläne für die Zukunft. „Einige Gebäude sind sicherlich abkömmlich“, erklärt der Bürgermeister und fügt hinzu, dass im rückwärtigen Bereich in Richtung Friedrichstraße bereits Grundstücke im Besitz der Stadt seien. Auch könne er sich vorstellen, dass das erste, nicht genutzte Gleis eine Art Busspur wird. „Das ist natürlich die teuerste Lösung“, erklärt Heß.

Doch geschehen soll etwas, mit detaillierten Planungen soll bereits 2013 begonnen werden. Denn außer dem politischen Willen liegt bislang wenig vor: weder Kosten- noch Zeitrahmen. Nach dem Ansinnen der drei Politiker könnte jedoch der Bahnhofsvorplatz deutlich an Platz gewinnen - Raum für Parkplätze, Busse und Grünflächen. „Das Holzlager könnte weiter an den Stadtrand rücken“, schlägt Heß vor. Gerne würde er die Umgestaltung des Umfelds auch über die Altstadtsanierung laufen lassen - ein Kostengewinn für die Stadt.

Derweil bestätigt ihm Landrat Reinhard Kubat erneut, dass der Stadt im Rahmen der Reaktivierung der Bahnstrecke nach Korbach keine Kosten durch die Modernisierung der Bahnübergänge entstehen: Kosten würden zwischen Bund, Bahn und Kommune gedrittelt,den letzten Anteil übernimmt jedoch der Kreis. Auch dann sei die Summe noch förderfähig: „Das kostet also nicht viel“, erklärt Kubat.

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