Rüdiger Heß hält die Entscheidungen zu Biogas und Eder-Galerie für falsch und will sich dazu Gedanken machen

„Man muss einen anderen Weg gehen“

Frankenberg - Am Tag eins nach seinem Triumph bei der Bürgermeisterwahl sprach der neue alte Rathauschef Rüdiger Heß über die Themen im Wahlkampf und über künftige Schwerpunkte.

Das Interview mit dem strahlenden Wahlsieger führte WLZ-FZ-Redakteur Johannes Fuhr.

Wie war Ihre Wahlparty? Wir haben im Restaurant der Ederberglandhalle schön gefeiert. Wir waren mit 50 Personen dort, das waren alles Unterstützer und Freunde. Wir haben den Abend in fröhlicher, glücklicher Runde ausklingen lassen.

Ihr Durchmarsch im ersten Wahlgang gegen vier Mitbewerber ist eine kleine Sensation. In Röddenau haben Sie in einem der beiden Wahlbezirke 75 Prozent geholt. Wie haben Sie das geschafft? Röddenau ist meine zweite Heimat, da kenne ich viele Menschen. Die Leute dort wissen, was sie an mir haben. Wir müssten die Personen dort befragen, aber in Röddenau hatte ich schon immer einen großen Rückhalt. Auch in Rengershausen hatte ich ein Spitzenergebnis. Gewonnen habe ich alle Wahlbezirke und heute Morgen hatte ich einen Zettel im Briefkasten. Auf dem stand: „Herzlichen Glückwunsch, 24 zu 0.“ Was will ich mehr.

Es gab zwei profilierte Bewerber aus Volksparteien, die im Bundestrend deutlich mehr erreichen als die jeweils gerade mal rund 17 Prozent, auf die es Neuschäfer und Bluttner letztlich gebracht haben. Waren Ihre Mitbewerber zu schwach oder waren Sie übermächtig? Die Bürgermeister-Direktwahl ist eine reine Persönlichkeitswahl. Da kommt es auf die Person an, nicht auf die Partei. Natürlich ist es manchmal gut, die Partei im Hintergrund zu haben für organisatorische Aufgaben. Aber die Bevölkerung hat gesagt: „Wir wollen Heß haben.“

Sie haben sich gestern bei Ihren Mitbewerbern für den fairen Wahlkampf bedankt. Haben Sie mit etwas anderem gerechnet – gerade aus der CDU, der Sie selber ja einmal angehört haben? Es gab ja viele Gerüchte, was alles passieren soll. Ich bin immer froher Dinge meinen Wahlkampf angegangen, habe meine Sachen vorbereitet und mir gesagt, ich habe es gar nicht nötig, jemanden anzugreifen, und würde mich auch freuen, auch nicht angegriffen zu werden. Es war ein toller, fairer Wahlkampf. Ich habe eigentlich nicht mit Schlimmerem gerechnet, aber man weiß ja nie, was kommt.

Ihr Mitbewerber Nicolas Hansen hat das Wahlergebnis als eine Katastrophe bezeichnet und rechnet nach Ihrem Erfolg mit Rückschritt statt Fortschritt in Frankenberg. Diese Aussage spiegelt wider, dass Sie zwar viele Unterstützer haben, es gleichzeitig aber auch heftige Heß-Kritiker gibt. Wie gehen Sie damit um? Das ist eine Einzelmeinung. Und wenn ein Wahlkämpfer am Abend der Wahl eine solche Meinung, die auf persönlichen Emotionen beruht, äußert, dann sage ich, er hätte lieber eine Nacht drüber schlafen sollen und sich dann besser verkaufen sollen. Denn das ist kontraproduktiv.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe, 28. Februar, der Frankenberger Zeitung.

Ein Video vom Wahlabend sehen Sie hier:

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