Amtsgericht Marburg

Mann aus Frankenberger Land wegen sexueller Gewalt gegen Ehefrau verurteilt

Symbolbild Justizia
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Das Amtsgericht Marburg hat einen Mann aus dem Frankenberger Land unter anderem wegen sexueller Nötigung verurteilt (Symbolbild).

Sexuelle Gewalt gegen die Ehefrau und Körperverletzung - dafür verurteilte das Amtsgericht einen Mann aus dem Frankenberger Land zu einer Gefängnisstrafe - ausgesetzt auf Bewährung.

Marburg/Frankenberg – Wegen sexueller Nötigung seiner Ehefrau unter Anwendung von Gewalt sowie Körperverletzung ist ein 33-Jähriger aus dem Frankenberger Land zu einem Jahr und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Über seinen Verteidiger Mehran Akbari ließ der Angeklagte sofort nach Verlesung der Anklageschrift erklären, dass alle Vorwürfe stimmten. Demnach hat er die 28-Jährige in der gemeinsamen Wohnung auf ein Sofa gestoßen, sie festgehalten und unten herum entkleidet. Dann hat er sie im Intimbereich berührt. Laut Staatsanwalt Jonathan Poppe gelang es der Frau dann, ihn wegzustoßen. In der Folge schlug der Mann sie dann noch ins Gesicht.

Dem Schlag vorausgegangen seien gegenseitige Beleidigungen, so Akbari, zudem habe die inzwischen von seinem Mandanten geschiedene Frau ein Messer in die Hand genommen, es aber nicht eingesetzt. Auch der Angeklagte habe leichte Verletzungen durch Kratzen erlitten.

Das Opfer selbst machte im Gegensatz zu früheren Vernehmungen von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Ein Bekannter bestätigte jedoch, dass sie ihm gegenüber von den Übergriffen berichtet habe. „Vorher habe ich es immer über mich ergehen lassen, aber jetzt wehre ich mich“, habe sie gesagt. Bereits vier Monate zuvor habe sie die Scheidung eingereicht.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Melanie Becker folgte mit dem Strafmaß „am unteren Rand“ letztlich dem Antrag von Staatsanwalt Poppe. Zu Lasten des Angeklagten wertete es, dass er durch das Stoßen auf das Sofa und das Festhalten für die sexuellen Handlungen Gewalt angewendet hat. Zu seinen Gunsten wurde aber das Geständnis gewertet, das durch die Aussageverweigerung der Frau noch werthaltiger sei.

Die Richter bejahten die für eine Bewährung günstige Prognose. Der 33-Jährige ist nicht vorbestraft und seit zwei Jahren sei auch nichts mehr vorgefallen. Zudem kümmere er sich im Rahmen des Umgangsrechts auch um seine Kinder, für die seine Exfrau das Sorgerecht hat.

Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Als Auflage muss der Verurteilte 2500 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen. Bereits nach seinem Geständnis hatte der Mann diesen Anspruch von sich aus anerkannt. Weil alle Beteiligten Rechtsmittelverzicht erklärten, wurde das Urteil sofort rechtskräftig. Von Heiko Krause

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