Emotionen kochen hoch

Mann gebissen: Tierheim Frankenberg will Hund trotzdem  vermitteln

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Um ihn geht es: Ike, ein Miniatur-Bullterrier aus VDH-Zucht, ist aggressiv gegen Artgenossen und hat in Dalwigksthal auch einen Mann, der seinen Hund schützen wollte, angegriffen. 

Frankenberg/Lichtenfels. Das Tierheim Frankenberg steht in der Kritik. Es hat den siebenjährigen Miniatur-Bullterrier Ike zur Weitervermittlung angeboten. Das Tier hatte Ende Mai 2017 in Dalwigksthal einen 52-Jährigen schwer verletzt. 

Das Tierheim Frankenberg erhält wütende Anrufe, nachdem es den siebenjähriger Miniatur-Bullterrier Ike zur Vermittlung angeboten hat. Empörte Menschen haben sich auch bei unserer Zeitung gemeldet. Denn der Bullterrier, der als gefährlicher Hund eingestuft ist, hatte im Mai 2017 für Aufsehen in der Stadt Lichtenfels gesorgt. 

Er hatte, wie berichtet, einen heute 52-Jährigen aus Dalwigksthal in Handgelenke, Arme, Bauch und Wade gebissen. Der Bullterrier hatte den Hund des Mannes beim Spaziergang angegriffen. Um ihn zu schützen, hatte der Mann seinen Hund hochgenommen und war selbst angegriffen worden.

Der 52-Jährige, der notoperiert und drei Tage in künstliches Koma versetzt wurde, ist empört, wie Ike nun zur Weitervermittlung angeboten wird. Das Tierheim beschreibe den Hund in einem Pressetext als viel zu harmlos, In dem Text, der in einem Anzeigenblatt erschien, heißt es: „Ike ist Menschen gegenüber sehr nett. Er hat jahrelang in einer Familie mit zwei kleinen Kindern zusammen gelebt, ohne jegliche Vorkommnisse.“

Das Tierheim weist aber auch darauf hin, dass Ike aggressiv auf Artgenossen reagiere. Deshalb komme als Halter nur jemand in Frage, der im Besitz eines Sachkundenachweises sei und mit Ike den Wesenstest ablegen würde.

Dieser Text empört auch eine Frau aus Schreufa. „Der Hund ist eine Bombe“, sagt sie. Sie habe selbst bei Spaziergängen in Dalwigksthal erlebt, wie Ike ihren Hund angreifen wollte.

Immer wieder mit dem Tier zu tun hatte auch das Ordnungsamt der Stadt Lichtenfels. Bürgermeister Uwe Steuber: „Die Besitzer hielten sich nicht an Vorgaben, das Tier auf dem eigenen Gelände zu halten und nur mit Maulkorb auszuführen. Ike lief immer wieder frei herum.“

„Ich verstehe nicht, wie man den Bullterrier nun wieder in private Hände geben kann“, sagt die Frau aus Schreufa. Er sollte in eine Einrichtung für gefährliche Hunde gegeben werden. Anonyme Anrufer forderten das Tierheim sogar auf, den Hund einzuschläfern.

Das empört wiederum die Tierheim-Mitarbeiter. „Wir haben Ike ganz anders kennengelernt. Im Zusammenleben mit Menschen ist er ein liebes, verschmustes Tier. Er kommt nur mit Artgenossen nicht klar“, sagen sie und betonen: Sie würden den Hund nur an einen Besitzer weitergeben, der die Sachkenntnis habe und mit dem Tier einen Wesentests mache. Aufgrund des Ergebnisses würde dann die Kommune, in der der neue Halter des Tieres lebt, entscheiden, welche Auflagen für die Haltung gelten würden.

„Warum macht das Tierheim nicht erst diesen Wesenstests, bevor es den Hund in private Hände weitergibt?“, fragt Bürgermeister Steuber, der weiß, wie langwierig und schwierig es sein kann, behördliche Auflagen durchzusetzen. Laut Tierheim mache ein solcher Test nur Sinn, wenn Halter und Herrchen ihn zusammen absolvieren.

Wie das Tierheim nun vorgehen will, wie es im Wortlaut den Hund für die Veröffentlichung in der Presse beschrieben hatte, die Stellungnahme eines Sachverständigen und einen Kommentar zum Thema lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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