"Ich wollte in den Knast"

Amtsgericht Korbach: Mann räumte Sexualtaten ein

Korbach. Ein 38-Jähriger gab zu, dass er vor Kindern onaniert und die Ex-Frau zu vergewaltigen versucht hat. Er sei selbst Vergewaltigungsopfer. Nun wird seine Schuldfähigkeit geprüft.

Geständig hat sich am Mittwoch ein 38-Jähriger gezeigt, der sich vor dem Amtsgericht Korbach wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern, exhibitionistischen Handlungen und versuchter Vergewaltigung verantworten muss. Dennoch setzte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Henrik Ludwig die Verhandlung aus, um zunächst die Schuldfähigkeit des Mannes prüfen zu lassen.

Taten in Volkmarsen und Wolfhagen werden dem Waldeck-Frankenberger zur Last gelegt: So soll der Angeklagte im November 2014 mit seinem Opel Zafira auf dem Gelände einer Volkmarser Tankstelle neben zwei Mädchen angehalten haben. Durch die heruntergelassene Scheibe habe er die Acht- und die Elfjährigen nach der Waschstraße gefragt und sich dabei für die Mädchen sichtbar „an seinem entblößten Glied manipuliert“, hieß es in der Anklage.

Vor Gericht erklärte der Mann am Mittwoch, er habe dabei vor den Mädchen einen Vibrator benutzt. Er habe das gemacht, damit die Mädchen davon ihren Eltern berichten, diese dann die Polizei einschalten und er verhaftet werde. „Ich wollte in den Knast“, sagte der 38-Jährige.

Die zweite Tat soll sich im Januar in Wolfhagen zugetragen haben: Dort soll der Mann die getrennt lebende Ehefrau in ihrer Wohnung aufgesucht und versucht haben, sie zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Zum Geschlechtsverkehr sei es aber nicht gekommen, da er bereits zwischen ihren Beinen ejakuliert habe.

„Es tut mir Leid für alles, was ich gemacht habe.“ Unter Tränen sagte der Angeklagte, er selbst sei mehrmals und bereits als Kind vergewaltigt worden - sowohl von Frauen als auch von Männern. Deshalb und wegen seiner eigenen Taten habe er sich bereits das Leben nehmen wollen.

Nach diesen Schilderungen und auf Hinweis der Staatsanwältin vertagte das Gericht die mit neun Zeugen angesetzte Hauptverhandlung. Vor dem Urteil wird nun zunächst die Möglichkeit einer verminderten Schuldfähigkeit gutachterlich geprüft. Bis zur Fortsetzung des Prozesses bleibt der Angeklagte in der Justizvollzugsanstalt Kassel.

Von Andreas Hermann

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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