Mann schlug Vereinskollegen mit Holzhammer auf Kopf

Frankenberger Land. Weil er bei einer Maifeier einem Vereinskollegen mit einem Holzhammer auf den Kopf geschlagen hat, ist ein 39-Jähriger zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Anlass für die Tat war eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern vor über 15 Jahren.

Es war eine Vereinsfeier am 1. Mai dieses Jahres, bei der viel Alkohol getrunken wurde. Der 39-Jährige aus dem Frankenberger Land, der sich jetzt vor dem Frankenberger Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten musste, gab an, schon bei der Wanderung am Vormittag Jägermeister, Kümmerling und Bier getrunken zu haben.

Am Nachmittag und Abend ging der Alkoholkonsum im Vereinszelt in seinem Dorf weiter. Mit einem 52-jährigen Vereinskollegen leerte er eine weitere Flasche Schnaps und trank weiter Bier.

Dabei kam die beiden auf einen Vorfall zu sprechen, der mehr als 15 Jahre zurückliegt. Damals hatte der heute 52-Jährige dem Angeklagten grundlos einige Faustschläge verpasst. Die beiden hatten mittlerweile „eigentlich ein gutes Verhältnis“, wie der Angeklagte sagte.

Der 52-Jährige bat den 39-Jährige um Entschuldigung für den Vorfall. Dieser sagte: „Ich nehme die Entschuldigung an. Aber vergessen werde ich das nie.“ Etwas später ging der 39-Jährige, der in der Nähe des Festzeltes wohnt, nach Hause, holte aus einem Bauschuppen einen schweren Holzhammer und schlug damit dem 52-Jährigen ohne Warnung mehrfach von hinten auf den Kopf. Das bestätigten mehrere Vereinsmitglieder als Zeugen.

Der Angeklagte sagte aus, er könne sich an die Tat selbst nicht erinnern. Als er seinen Rausch ausgeschlafen hatte, sei ihm aber gedämmert: „Ich muss etwas Schlimmes gemacht haben.“ Er erkundigte sich bei Vereinmitgliedern, was geschehen war, besuchte das Opfer im Krankenhaus und zahlte später ein Schmerzensgeld von 3000 Euro.

Der 52-Jährige wurde zehn Tage im Krankenhaus behandelt. Allerdings lag dies nicht an der durch die Schläge verursachten Gehirnerschütterung, sondern an Vorerkrankungen der Bandscheibe. Er befindet sich nach einer Operation derzeit in Reha.

Die Frage, die in der Gerichtsverhandlung im Mittelpunkt stand, war die nach dem Grad der Alkoholisierung des Angeklagten. Ein Rechtsmediziner schätzte ihn auf zirka drei Promille, was zu verminderter Schuldfähigkeit führe. Eine komplette Schuldunfähigkeit schloss er aus, denn der Angeklagte war in der Lage, zielgerichtet den Hammer zu holen.

Auch die Richterin ging von verminderter Schuldfähigkeit aus. Sie verurteilte den 39-Jährigen zu 100 Tagessätzen à 65 Euro. (mab)

Was sie zugunsten des Angeklagten wertete und was dieser selbst über seine Tat sagte, das lesen Sie in der gedruckten Dientagausgabe der HNA.

Quelle: HNA

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