Mann will als Erster Edersee durchschwimmen und danach dort heiraten

Will als Erster den kompletten Edersee packen: Björn Hauptmannl aus Bad Nauheim. Foto:  nh

Edersee. Den rund 27 Kilometer langen Edersee komplett durchschwimmen, von dem Einlauf der Eder in Herzhausen bis kurz vor die Sperrmauer – dieser Aufgabe stellt sich Björn Hauptmannl am Sonntag.

Aus einer Witzelei mit Freunden ist die Idee entstanden. Jetzt will der 33 Jahre alte Wirtschaftsingenieur das Premierenvorhaben ausgerechnet zwei Wochen vor seiner Hochzeit – ebenfalls am Edersee – mit seiner Braut Alexandra Oehm aus Kassel realisieren. Der Bad Nauheimer behauptet, er wäre der Erste, der dies schaffe. Es gibt aber auch keine Erkenntnisse darüber, dass es zuvor schon jemandem gelungen ist.

• Wie kommt man zu so etwas Abgefahrenem?

„Als ich vor drei Jahren zum ersten Mal den Segelschein dort gemacht habe, da haben wir ein bisschen rumgeflachst. Man müsste den See mal komplett durchschwimmen, habe ich da etwas großkotzig gesagt“, sagt Björn Hauptmannl. Die Idee setzte sich in seinem Kopf fest. Und die Mitstreiter zogen ihn immer mal wieder damit hoch. Im vergangenen Jahr schwamm ein Bekannter über den Bodensee, da stand für Hauptmannl fest: „Dieses Jahr passt super mit Edersee und Hochzeit.“

• Woher kommt die Vorliebe für den Edersee?

Das kam durch seine Zukünftige Alexandra Oehm. „Alexandras Familie ist mit dem Edersee sehr verwurzelt. Sie wurde in Waldeck getauft und arbeitete jahrelang als Segellehrerin an der Segelschule Rudolph. Die ganze Familie segelt“, erzählt Hauptmannl.

• Was muss man überhaupt mitbringen?

Als früherer Leistungsschwimmer und Talent in der Freiwasser-Elite hat Hauptmannl wohl alle Voraussetzungen. Um sich seriös vorzubereiten, hat er vor einem dreiviertel Jahr mit speziellem Training begonnen. „Im Prinzip waren es drei Säulen: Schwimmen, Langlauf und Laufen, und ein bisschen Rollski im Frühjahr“, sagt er.

• Wie soll die Premiere genau ablaufen?

Mit Genehmigung des Wasser- und Schiffahrtsamtes, da hat der Schwiegerpapa als Jurist drauf gepocht, startet Hauptmannl am Einlauf der Eder in Herzhausen. Von dort geht es bis kurz vor die Sperrmauer nahe dem Terrassenhotel. „Der See ist etwa 27 Kilometer lang. Wenn ich die Diagonalen treffe, sind es am Ende um die 21 Kilometer. Die Länge ist aber gar nicht das Problem“, sagt der Extremschwimmer.

• Was macht es dann so schwierig?

Die kalten Temperaturen. „Das Wetter ist irgendwie nicht auf meiner Seite. Wenn ich normales Tempo schwimmen könnte, ist das Ding eigentlich in sechs Stunden erledigt“, so Hauptmannl. Doch kühle 14, 15 Grad Wassertemperatur hemmen: „Jedes halbe Grad weniger kostet richtig Zeit und Energie.“ Er rechnet mit einer Schwimmzeit von sechs bis neun Stunden.

• Was sagt die Braut dazu?

Begeistert sei sie nicht, gerade vom Zeitpunkt. „Sie macht sich Sorgen, weil sie nicht vom Leistungssport kommt und das schwer einschätzen kann. Aber sie unterstützt mich voll“, sagt Hauptmannl. Begleitet wird er von Braut, deren Bruder, dem besten Freund und Trauzeugen sowie einem befreundeten DLRG-Retter in zwei Booten. Auch die örtliche DLRG will die Premiere eskortieren.

• Was kostet der Spaß?

Etwa 1500 Euro muss er aufbringen, hat Hauptmannl ausgerechnet. Dafür hat er ein Crowdfunding-Pojekt initiiert (www.fairplaid.org/ederseecross). Dort hofft er auf Unterstützung (etwa 860 Euro sind bereits eingegangen). Ein Teil soll aber in die Jugendförderung von Sportvereinen einfließen. Dankbar ist Hauptmannl auch für Hilfe durch die Segelschule Rudolph und von Head-Swimming.

• Kann ihn noch etwas abhalten?

Eine plötzliche Grippe, dann wäre das gesundheitliche Risiko zu groß und ein Start unverantwortlich. Und sollte die Temperatur im See weiter abfallen, dann wird es schwer. Mit Neoprenanzug zwar überhaupt nicht, aber der ist bei Freischwimmern verpönt. „Ich werde auf jeden Fall starten, ob mit Neopren oder ohne, das entscheide ich Sonntagmorgen“, sagt Hauptmannl. Der Startschuss fällt um 9.30 Uhr.

Lesen Sie auch:  Edersee im RegioWiki

Quelle: HNA

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