Marburger Genossenschaft stemmt sich gegen Konkurrenz der Milch-Giganten

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Hans-Werner Wege: Der Geschäftsführer der Marburger Traditionsmolkerei will die Genossenschaft mit 68 Bauern aus der Region neben den Giganten der Milchwirtschaft behaupten.

Marburg/Frankenberg. Die Marburger Traditionsmolkerei“ kämpft ums Überleben: Die kleine Molkerei will sich neben den Giganten der Milchwirtschaft behaupten. Als Genossenschaft haben es 68 Bauern aus der Region gewagt, den Betrieb in die eigene Hand zu nehmen.

Mit dabei sind 14 Landwirte aus dem Frankenberger Stadtteil Geismar. Ende letzten Jahres kündigte die hessische Privatmolkerei Schwälbchen den seit 19 Jahren laufenden Pachtvertrag mit den Marburgern, weil sich der Standort nicht mehr lohnte. Daraufhin entschied sich die Marburger Molkereigenossenschaft, dass sie „nicht mehr von irgendwelchen Managern abhängig sein wollte“, so Geschäftsführer Wege.

Aus dem reinen H-Milch-Betrieb wollten sie eine Molkerei für gentechnikfreie Frischmilch, Sahne, Käse und Yoghurt machen. Ihre Jahresproduktion liegt bei 22 Millionen Litern Milch. Doch Schwälbchen hinterließ weitgehend leere Hallen, undichte Dächer und unbrauchbare Maschinen. Die Genossenschaft hat Schwälbchen auf Schadensersatz verklagt.

In neue Maschinen investieren

Es kann dauern, bis das Verfahren abgeschlossen ist. Deshalb reparierten die Marburger Landwirte Dächer, erneuerten Böden, legten Stromleitungen und investierten in neue Maschinen. In der Zwischenzeit mussten sie ihre Milch auf dem freien Markt verkaufen, wo sie einen extrem schlechten Milchpreis erhielten. „Es lief richtig mies“, sagt Wege.

Seit Sommer läuft nun die „Marburger Traditionsmilch“ vom Band, wie der neue Name der Milch lautet. Hauptkunde ist die Lebensmittelkette Rewe. Beliefert werden ausschließlich Läden in Hessen, so dass die Milch nah am Produktionsort bleibt. Nach wie vor müssen die Bauern jedoch hart um ihren Betrieb kämpfen. Verhalten optimistisch stimmt sie die Anhebung des Milchpreises. Aktuell suchen sie noch weitere Abnehmer.

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Quelle: HNA

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