Marburger Theatersommer: Es ging auch um Krabben-Hoden

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Gedanken über das Leben oder einfach nur Spaß? Die Gäste amüsierten sich beim Lesen mit verteilten Rollen. Foto: Moniac

Rosenthal. „Ist das noch Theater oder kann ich schon gehen?“ Nicht ganz bierernst nehmen darf man diese Frage, mit der drei junge Schauspieler im Rahmen des Marburger Theatersommers in privaten Wohnzimmern ihre Gedanken zu den vielfältigen Facetten des Lebens ausbreiten.

Auf Einladung von Carola Schneider und Walter Bornscheuer kamen Nina, Philipp, Thomas und Regisseurin Magz Barrawasser auch in die Alte Schule Rosenthal, wo der Abend dank eines gnädigen Wettergottes im lauschigen Garten stattfinden konnte.

Rund 30 Gäste hatten sich zu den „notas de cocina“, also den „Küchennotizen“, nach einem Stück des argentinischen Dramatikers Rodrigo García eingefunden. Die Gastgeber hatten leckere kleine Snacks vorbereitet, die Besucher ergänzten das Büffet mit Cräckern und Canapés. Dazu wurden Weinflaschen entkorkt, und nach anfänglichem zögerndem Abwarten lockerte die Stimmung schnell auf.

Worum es ging ? Um alles und nichts, um Small Talk, Belanglosigkeiten und die großen Fragen der Menschheit, um Kochrezepte und das Verhältnis zur Kunst.

Philipp stellte zum Beispiel Überlegungen dazu an, wie man Lammhoden mit Sahne und Honig in appetitlicher Form auf den Tisch bringt, und auf Umwegen ergab sich dazu die Frage, ob auch Krabben Hoden haben und ob Erdbeeren mit Bouillon und Kapern wohl eine annehmbare Symbiose bilden.

„Ich würde mich gerne im Leben versenken“, erklärte die junge Berliner Schauspielerin Nina, die in Erinnerungen an Kindheitserlebnisse schwelgte und immer wieder das Glück einer großen Familie beschwor – ob dabei alles ernst oder ein bisschen provokativ gemeint war, vermochte so recht keiner zu entscheiden.

Zwischendurch gab es wunderschöne Cellomusik mit Pablo Casals, dann wieder kleine Rollenspiele, Gespräche über Flugangst, über die Funktion des Theaters, die Beziehung zur Mona Lisa und über Männer und Frauen ganz allgemein. Welche Sätze eigentlich zum Stück gehörten und welche sich spontan ergaben, ob man noch von Darstellern und Zuschauern sprechen konnte oder jeder auch Teil der anderen Seite war, ließ sich dabei nicht eindeutig feststellen.

Quelle: HNA

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