Heiner Wittekindt erläuterte vor vielen Gästen das Baudenkmal Marienkapelle

Maria am Tor zum Himmel

Freude über gelungenes Werk: Den Autor des neuen Buches über die Frankenberger Marienkapelle Heiner Wittekindt (3. von rechts) unterstützten bei der Herausgabe (von links) Karl-Hermann Völker (Fotograf) sowie als Sponsoren Thomas Krumpholz (Sparkassenversicherung), Eberhard Lamm (Sparkasse Waldeck-Frankenberg), Rudolf Jung (Immobilien) und Dieter Ohlsen (Rotary-Club). Fotos: bs

Frankenberg. Tief in die Zeit der mittelalterlichen Wallfahrten, der Marienverehrung und der gotischen Architektur mit der filigranen Handwerkskunst des Meisters Tyle von Frankenberg tauchten am Freitagabend geladene Gäste, Freunde und Förderer im Hotel Die Sonne Frankenberg ein.

Dort stellte der pensionierte Pfarrer und Museumsleiter Heiner Wittekindt das neueste Waldeck-Frankenberger Museumsheft Nr. 27 „Die Marienkapelle in Frankenberg (Eder)“ vor. Das reich bebilderte Buch ist der Beitrag des Vereins Kreis-Heimatmuseum zum Jubiläum „725 Jahre Liebfrauenkirche“.

Eingestimmt auf die Thematik am Abend des 25. März („Mariae Verkündigung“) wurden die Zuhörer durch Marienlieder verschiedener Epochen, die der Männergesangverein Birkenbringhausen unter Leitung von Karl-Heinz Wenzel mit Einfühlsamkeit und modernen Sprach-Gesang-Kontrasten vortrug. Die Sänger fühlten sich mit Pfarrer a. D. Heiner Wittekindt, der seit Jahren zum Freundeskreis des Meisterchors gehört, besonders verbunden, betonte MGV-Vorsitzender Erich Naumann.

Figuren von Glaubenszeugen aus dem Alten und Neuen Testament, vom Bildersturm leer geräumte Konsolen mit Masken und Gesichtern, die immer noch schmuckvollen Reste eines prächtigen Marienaltars, ein grässlicher Dämon auf dem Rücken des Bürgers – Heiner Wittekindt machte in seinem bebilderten Vortrag den ganzen Aussagereichtum des um 1370/80 vom Rat der Stadt Frankenberg gestifteten Bauwerks Marienkapelle sichtbar. „Dargestellt ist dort die Welt so, wie sie die Menschen damals erlebten: voller guter und böser Mächte, eine Welt, die Leben entstehen ließ, es aber auch bedrohte“, erläuterte er.

Der Theologe interpretierte vor allem die Rolle der Gnadenmadonna Maria. Ihr Figurenfragment ist heute im Heimatmuseum zu sehen, aber ursprünglich war es farbig gefasst und an hohen Feiertagen in der Kapelle festlich bekleidet worden. „Durch ihre Fürbitte sollte für den frommen Pilger das Tor zum Himmel geöffnet werden“, beschrieb Wittekindt.

Karl-Hermann Völker, Vorsitzender des Frankenberger Geschichtsvereins, der die Fotos für das neue Museumsheft angefertigt hatte, würdigte die konservatorische Leistung des Autors Wittekindt, den Ist-Zustand des Denkmals Marienkapelle 2011 mit seiner kompletten Bauzier im Detail zu dokumentieren und dabei zugleich erstmals einem breiten Publikum das theologische Konzept seiner Stifter verständlich zu machen. Völker schilderte aber auch die Bedrohung des Sandstein-Bauwerks durch Umwelteinflüsse und die Arbeit der Restauratoren während der vergangen Monate.

Von Susanna Battefeld

Quelle: HNA

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