Frankenau

Marktplatz soll einladender gestaltet werden

- Frankenau (nih). Die Frankenauer wollen eine Umgestaltung des Marktplatzes. Das war die Quintessenz der Bürgerversammlung, bei der sich die Anwesenden einmütig für eine Veränderung des Platzes an der Ecke von Rieschstraße und Waldecker Straße aussprachen.

„In seinem jetzigen Zustand ist der Marktplatz kein Aufenthaltsort, sondern eine bebaute Freifläche“, sagte Architekt Manfred Quehl, der während der Bürgerversammlung seine Ideen zur Veränderung des Marktplatzes präsentierte. Der Platz sei – ähnlich wie ein Labyrinth – weder ein Fußgängerparadies noch zum problemlosen Fahrrad-Durchschieben geeignet, bemängelte Quehl. Sein Ansinnen sei es, mehr Fläche für die Bürger nutzbar zu machen. Um dies zu erreichen, müsse vieles vom Marktplatz verschwinden. Nach den Vorstellungen des Architekten soll sich auf dem Platz nur noch ein Baum befinden. Der Marktplatz böte dann vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Während der Öffnungszeiten der umliegenden Geschäfte könnte er auch als Parkfläche genutzt werden. Vordächer entfernen Durch die Entfernung der Vordächer entstünde ein weiterer Zugewinn an freier Fläche. Eine überdachte Rückzugsmöglichkeit könne nach Absprache mit dem Eigentümer des anliegenden Hauses mithilfe von Arkaden, die die derzeitige Hauswand bis zum ersten Stock ersetzten könnten, geschaffen werden. Dort könnten dann auch die Beschilderungen angebracht werden. Auch die Idee, im Inneren des Hauses eine Gäste-, eine Informations- und eine Bürozone zu schaffen, stellte Quehl vor. Anhand von Zeichnungen und einem Modell konnten sich die Frankenauer ein Bild von den Visionen des Architekten machen. Ziel der ergebnisoffenen Diskussion, die sich dem Vortrag Quehls anschloss, sei es, das Stimmungsbild der Bevölkerung einzuholen, bevor die Planungen konkreter würden, erklärte Stadtverordnetenvorsteher Thomas Scheerer. Daher waren die Vorschläge Quehls im Vorhinein auch noch nicht in den städtischen Gremien besprochen worden. Vor allem die Idee, mehr unbebaute Freifläche zu schaffen, fand in der Versammlung Zuspruch. Von den Frankenauern kamen die ergänzenden Vorschläge, den Marktplatz mit (mobilen) Sitzgruppen und einigen Büschen oder einem Brunnen einladend zu gestalten. Die Idee der Nutzung der Fläche als Parkmöglichkeit stieß auf geteiltes Echo. Viele Frankenauer sprechen sich dafür aus, anstatt dessen eher die Halteverbote an der Straße aufzuheben. Diskussion um Blumenbeet Für Diskussionsstoff sorgte auch das Hochbeet, das sich auf dem Marktplatz befindet. Während einige Bürger erklärten, es sei ein Aushängeschild Frankenaus, stören sich andere an den Mauern, die das Beet umgeben, und daran, dass es eine große Fläche des vergleichsweise kleinen Marktplatzes einnimmt. Zur Finanzierung der Umgestaltung erklärte Bürgermeister Björn Brede, dass diese im Rahmen des Stadtumbauprogramms zu 30 Prozent von der Stadt Frankenau und zu 70 Prozent vom Land Hessen getragen werden müsste. Während die Frankenauer im Anschluss an die Diskussion hinsichtlich der Grundsatzfrage nach der Umgestaltung des Marktplatzes einstimmig für Ja votierten, war das Stimmungsbild in Bezug auf die Zukunft des Hochbeets geteilt. Ein Viertel der Anwesenden stimmte für dessen Erhaltung, drei Viertel dagegen. Brede zeigte sich über das „tolle Ergebnis“ hinsichtlich der Neugestaltung des Marktplatzes erfreut. „Das einstimmige Votum der Bürgerversammlung ist ein deutliches Zeichen“, sagte der Bürgermeister. Nun gelte es, die Ideen im Lenkungsausschuss und der Stadtverordnetenversammlung zu besprechen. Enttäuscht zeigte sich Brede jedoch darüber, dass weniger Frankenauer an der Bürgerversammlung teilgenommen hatten, als erhofft. „Der Marktplatz ist ein markanter Punkt in Frankenau“, sagte Brede. Bei Entscheidungen wie der über dessen Umgestaltung sollten die Bürger ihre Chance nutzen, mitzureden, findet der Rathauschef.

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