Battenberger Ortsbeirat fordert bessere Betreuung

Mehr Flüchtlinge am Wingertsberg

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Ein Asylbewerber nimmt an einem Deutschkurs in der Battenberger Flüchtlingsunterkunft am Wingertsberg teil. Der Ortsbeirat wünscht sich eine bessere Betreuung.Archivfoto: Mark Adel

Battenberg - Die Mitglieder des Battenberger Ortsbeirats fordern eine bessere Betreuung der Asylbewerber, die im früheren DRK-Seniorenheim Am Wingertsberg leben. In ihrer Sitzung am Dienstag sprachen sie von einer "suboptimalen Führung der Einrichtung", es sei oft niemand vor Ort.

Unter anderem seien mehr Sprachkurse notwendig, sagte Martina Radtke, die als Zuschauerin an der Sitzung teilnahm. „Hier ist zu wenig Betreuung“, erklärte Hanna Specht vom Ortsbeirat. Ein positives Beispiel sei die Unterkunft in Frankenberg, wo immer jemand als Ansprechpartner vor Ort sei.

Eben diese Tatsache sorgt für Kritik im Ortsbeirat: Die Menschen in der Battenberger Unterkunft seien auf sich allein gestellt. So sei die Hausmeisterin immer nur stundenweise in der Unterkunft. „Es ist eine unbefriedigende Situation, vor allem für die, die dort wohnen“, sagte Matthias Vetter. „Wir kriegen wenige Antworten.“ Nach dem Beschluss des Ortsbeirats soll Bürgermeister Christian Klein die Kritikpunkte beim Landkreis anbringen und den Kontakt zu der Sozialarbeiterin herstellen, die sich um die Bewohner der Unterkunft kümmert.

Weil noch weitere Asylbewerber in Battenberg aufgenommen werden sollen, sehen die Mitglieder des Ortsbeirats eine Verbesserung der Betreuung als besonders wichtigen Punkt an. Das Gremium befürwortet die Aufnahme von weiteren 12 bis 15 Flüchtlingen. Derzeit leben in dem früheren Seniorenheim 50 Menschen. Es gibt private Initiativen, die den Bewohnern unter anderem sportliche Angebote ermöglichen (FZ berichtete).

In seiner Stellungnahme drängt der Ortsbeirat zudem darauf, Dunstabzugsanlagen in die Küchen einzubauen. Bislang habe es mehrfach Feuerwehreinsätze gegeben, weil die Brandmelder ausgelöst hatten. Christian Klein bestätigte das, allerdings sei es oft nicht die Schuld der Bewohner gewesen. „In der Zwischenzeit hat das deutlich nachgelassen.“

Kritik, wie sie im Ortsbeirat laut wurde, sei ihm bislang - auch bei Ortsterminen - nicht zu Ohren gekommen, sagte Klein weiter. Lediglich den Wunsch der Flüchtlinge nach weiteren Deutschkursen kenne er und habe das weitergegeben. Die Stadt könne in begrenztem Maße Fahrtkosten übernehmen, wenn Asylbewerber zu solchen Lehrgängen gebracht werden.

Ein Privatmann hatte angeboten, auch am Eisenberg Asylbewerber unterzubringen, teilte Bürgermeister Klein weiter mit. Dies sei aber kein Thema mehr. Er halte es für sinnvoller, erst die Kapazitäten am Wingertsberg auszuschöpfen. „Die Unterbringung dort hat sich bewährt.“

Von Mark Adel

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