Battenberger Politik

Mehr Natur, weniger Hochwasser

Battenberg-Dodenau - Mindestens einmal im Jahr steigt die Eder bei Dodenau bedrohlich – die Mehrzweckhalle ist dann vom Hochwasser bedroht. Die Umgestaltung von sechs Hektar Ufer könnten diese Gefahr künftig eindämmern und zugleich seltenen Tieren neuen Lebensraum bieten. Den größten Teil der Kosten könnte Battenberg über Fördergeld finanzieren.

Schon seit Jahren machen sich die Stadtväter Gedanken um den Hochwasserschutz. Unter anderem war die Eder nahe der Mehrzweckhalle ausgebaggert worden, um den Abfluss des Wassers zu verbessern.

„Solche punktuellen Maßnahme reichen nach Aussagen von Fachleuten aber nicht aus“, berichtete Bürgermeister Heinfried Horsel am Donnerstag während der gemeinsamen Sitzung von Parlamentsausschüssen, Magistrat und Ortsbeirat Dodenau. „Eine großräumige Lösung ist notwendig“, erklärte Horsel. In der Sitzung zeigte Axel Sobirey vom Planungsbüro Wagu Lösungsmöglichkeiten auf. Uferstreifen vor der Halle sollen tiefer gelegt werden. Die Eder erhält mehr Platz. Insgesamt würden sechs Hektar Land umgestaltet und aufgeweitet werden. Das sei vergleichbar mit der Renaturierung der Auspitz bei Hatzfeld, erklärte Sobirey.

Der Hochwasserschutz würde deutlich verbessert, doch auch die Auswirkungen auf die Natur wären positiv. Denn nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie hat die Eder bei Dodenau schlechte Noten – wie allerdings auch viele andere Abschnitte. Seltene Tierarten wie Schwarzstorch oder Ameisenbläuling könnten davon profitieren. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung sei in Teilen weiter möglich.

Das zweifelte Jens-Ulrich Schmidt (SPD), Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, an. Die Wiesen seien zu feucht, „dann müssen wir den Kühen Schwimmflügel anziehen“.

Die Kosten schätzte Axel Sobirey auf etwa 770.000 Euro. Er rechnet mit einer 80-prozentigen Förderung vom Land, der städtische Anteil würde sich demnach noch auf etwa 154.000 Euro belaufen. Der Entwurf sei mit der Unteren Wasserbehörde abgestimmt und könne so genehmigt werden.

Einen Schutz vor einem Jahrhunderthochwasser könne die Aufweitung der Ufer nicht bieten, gab Sobirey zu. Das Wetter werde extremer, „es wird mehr schadbringende Ereignisse geben.“ Das sah auch Heinz-Günther Schneider (SPD) so. „Da muss was geschehen, wenn man die Mehrzweckhalle nicht irgendwann preisgeben will.“

Ein Beschluss wurde nicht gefasst, die Gremien nahmen die Ausführungen zur Kenntnis. Das Thema soll aber weiter behandelt werden.

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