Baggereinsatz in Ederstraße

Mehr Platz für Kita: Haus in Frankenau wird abgerissen 

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Zaungäste: Die Schulgruppe der Kindertagesstätte in Frankenau schauen zu, wie das gegenüberliegende Haus abgerissen wird. Mit dabei: Erzieherin Isabell Müller.  

Frankenau - In der Frankenauer Ederstraße sind die Bagger angerollt: Das Haus Nummer 5 wird abgerissen. Auf der freiwerdenden Fläche entsteht neue Freifläche für die Kita.

„Heute ist richtig was los“, sagt Erzieherin Kirsten Neumann lachend, während sie zuschaut, wie sich vier Jungs die Nasen an der Fensterscheibe im Treppenhaus der Frankenauer Kindertagesstätte platt drücken.

Die Knirpse beobachten gebannt einen großen gelben Bagger, dessen Fahrer beginnt, das Gebäude gegenüber abzureißen.

Wie berichtet, hat die Stadt Frankenau das leerstehende Haus gekauft, lässt es abreißen und will im kommenden Jahr auf dem Grundstück weitere Freiflächen für den Kindergarten sowie Parkmöglichkeiten schaffen.

Der Abbruch des Hauses Nummer 5 in der Ederstraße, war das Ereignis gestern in der Kita. „Zwei Jungen haben sich in der obersten Etage sogar Stühle hingestellt. Jetzt sitzen sie quasi in der ersten Reihe“, sagt Kirsten Neumann scherzhaft. Als Anfang der Woche die Bagger angerollt und die Container aufgestellt worden seien, sei das Interesse der Kinder sofort geweckt gewesen.

Beinahe sei sogar der montags übliche „Waldtag“ der Kita in Gefahr gewesen, berichtet die Erzieherin. Aus Angst, etwas zu verpassen, hätten einige Kinder gesagt: „Dann können wir aber heute nicht in den Wald gehen.“

Auch in der „Mäusegruppe“, die gerade frühstückt, sind die Abrissarbeiten draußen das beherrschende Thema an diesem Morgen – obwohl die Jungen und Mädchen bis jetzt noch gar nicht wissen, dass die frei werdende Fläche ihnen zugute kommen soll.

„Die machen das Haus kaputt“, gibt ein Mädchen Auskunft und ergänzt: „Weil da niemand mehr wohnt.“

Bei der vorangegangenen Entrümpelung hätten die Kinder auch schon zugesehen, sagt Erzieherin Sabine Schnatz. „Das ist die beste Bespaßung – mehr brauchen die nicht.“

Außer den Kindern beobachtet auch Eberhard Graf die Abrissarbeiten. Er bewohnt das Haus nebenan. „Wir haben 1976 dahin gebaut und wohnen seit 1977 da“, sagt er, während er Bilder von den Abbrucharbeiten macht. Er sei froh, dass das unansehnliche Gebäude wegkommt, sagt der ehemalige Ortsvorsteher. „Das war zuletzt eine Zumutung für alle.“

„Ich habe heute Morgen schon ein bisschen Herzklopfen gehabt“, räumt seine Frau Roswita ein, die regelmäßig als Singpatin den Kindergarten besucht. Immerhin stehe das Abbruchhaus nur wenige Meter neben ihrem Haus.

Vor dem eigentlichen Abbruch habe man das Haus zunächst komplett ausräumen müssen, sagt einer der Arbeiter.

Er schätze, dass sich die Abrissarbeiten noch bis Anfang nächster Woche hinziehen werden.

Kita-Leiterin Aldona Schmidt freut sich über zusätzlichen Platz: „Den können wir gut gebrauchen“, sagt sie. Im Außenbereich stoße man langsam an seine Grenzen.

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