Hatzfeld

Mehr Verantwortung für Erzieherinnen

- Hatzfeld-Eifa. Unternehmensberater Wolfgang Höhne hatte im Auftrag der Stadt nach Verbesserungsmöglichkeiten in der städtischen Kindertagesstätte gesucht. Am Freitagabend stellte er dem Parlament in Eifa die Ergebnisse vor.

Zu Grunde lagen überwiegend Zahlen aus dem Jahr 2008 – damals gab es auch noch den kirchlichen Kindergarten in Holzhausen, der im Sommer dieses Jahres geschlossen wurde. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei das die richtige Entscheidung gewesen, sagte Höhne.

Einsparpotential sieht Wolfgang Höhne vor allem in der Stadtverwaltung. Aufgaben könnten an das Kindergartenpersonal übertragen werden, schlug er vor. Die Einrichtung könnte eigenständig und mit mehr Verantwortung geführt werden. Höhnes Vorschlag sieht vor, dass die Tagesstätte ein eigenes Budget erhält und darüber frei verfügen kann. Personalentscheidungen sollten aber bei der Stadt bleiben.

Insgesamt haben die beiden Kindertagesstätten im Jahr 2008 rund 734.000 Euro gekostet. Der größte Teil – 75 Prozent – entfallen auf Personalkosten. Mit 600 000 Euro ist der Kindergarten in Hatzfeld darin enthalten, knapp 134.000 Euro kostete die Holzhäuser Einrichtung.

Der Anteil der Stadt belief sich auf insgesamt 474.000 Euro, davon 390.000 Euro für Hatzfeld. Der Rest wurde durch Zuschüsse, Elternbeiträge und Spenden gedeckt. „In drei, vier Jahren ist die Stadtkasse eventuell etwas leerer“, warnte er. Darauf solle sich Hatzfeld vorbereiten. Seine Idee: Der Kindergarten müsse noch mehr ein Dienstleister werden – und künftig beispielsweise Erzieherinnen für Kindergeburtstage „vermieten“.

Lob gab es für das Speisenangebot. „Ich habe noch keine Einrichtung gesehen, die so viele Mittagessen verkauft – das ist hervorragend“, sagte er. 2009 kommt die Hatzfelder Kindertagesstätte auf monatlich 1000 Essen. Der Zuschussbedarf sei für die Stadt gering. Wolfgang Höhne rät deshalb, die Preise stabil zu halten, um auch Kindern aus sozial schwachen Familien die Mahlzeiten zu ermöglichen.

Insgesamt 160 000 Betreuungsstunden standen für alle Kinder gerechnet 2008 zur Verfügung – 138.000 in Hatzfeld, 22.000 in Holzhausen. Nur 95.000 wurden tatsächlich in Anspruch genommen. Auch hier sollten nach Höhnes Auffassung Möglichkeiten gesucht werden, die Tagesstätte besser auszulasten.

Die Stadtverordneten haben von Höhne umfangreiche Unterlagen erhalten. Im nächsten Jahr werden mögliche Änderungen im Parlament diskutiert.

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