„Dringender Handlungsbedarf“

Naturschützer fordern: Thema „Wasserversorgung“ bei Kommunalwahl angehen

Extreme Trockenheit: Damit haben Gebiete im Vogelsberg zu kämpfen. Das Foto zeigt den Bürgermeister von Ulrichstein, Edwin Schneider, der mit einer Wünschelrute nach Wasser sucht.
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Extreme Trockenheit: Damit haben Gebiete im Vogelsberg zu kämpfen. Das Foto zeigt den Bürgermeister von Ulrichstein, Edwin Schneider, der mit einer Wünschelrute nach Wasser sucht.

Die Kommunen – insbesondere in Mittel- und Südhessen – sollen sich mehr mit der Wasserversorgung beschäftigen, Parteien und Bürgerlisten sollen das Thema in ihre Programme für die Kommunalwahl 2021 aufnehmen, fordern die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SVG) und die Aktionsgemeinschaft (AG) Rettet den Burgwald.

Burgwald/Vogelsberg – „Die Daseinsvorsorge im Bereich Wasser ist eine kommunale Aufgabe, die angesichts der Häufung von Trockenjahren und einer katastrophal schlechten Grundwasserneubildung immer dringender angepackt werden muss. Dennoch wird das Thema Wasser in den meisten Stadt- und Gemeindeparlamenten nach wie vor nur selten diskutiert“, heißt es in einer Pressemitteilung.

SVG und AG Burgwald fordern insbesondere die Verantwortlichen in den Kommunen auf, die in den Leitungs- und Versorgungsverbund Rhein-Main eingebunden sind, dies schnellstens zu ändern. Denn den zugehörigen Wassergewinnungsgebieten im Vogelsberg und Burgwald drohe ein gravierender Grundwasserabbau, der sowohl für die Wasserversorgung als auch für den Naturraum erhebliche Gefahren mit sich bringen könne.

Kommunale Maßnahmen könnten dies verhindern. Die beiden Verbände nennen Beispiele: Einschränken des Bedarfs an Grundwasser, Kappen der sommerlichen Lastspitzen, Nutzen von Nicht-Trinkwasser für alle adäquaten Zwecke, Aufschläge auf den Trinkwasserpreis ab einem unangemessen hohen Verbrauch, Verbessern der Grundwassersituation durch Rückhalten und Versickern von Regenwasser, Vermeiden von Flächenversiegelung und Entsiegeln wasserundurchlässiger Flächen und das Erstellen kommunaler Wasserkonzepte als Leitfaden für die Daseinsvorsorge.

Diese und andere Maßnahmenpakete hätten sich in der Praxis bereits bewährt. Doch sie würden im Verbundnetz Rhein-Main kaum angewendet, weil hier immer wieder trotz sinkender Grundwasserstände suggeriert werde, es sei Trinkwasser ohne Ende verfügbar.

Und das, obwohl das Land Hessen seit 2019 mit dem Leitbild für ein integriertes Wassermanagement Rhein-Main von den Städten und Gemeinden ein Umdenken hin zum Wassersparen einfordere. Allerdings sei festzustellen, dass auch das Land als größter hessischer Bauträger mit entsprechenden Maßnahmen stark im Verzug sei. SGV und AG Burgwald haben deshalb ihren kommunalen Maßnahmenkatalog zur Klimaanpassung auch an das Landesparlament geschickt.

„Es muss gerade in den Städten und Gemeinden schnellstens ein gewaltiger Ruck durch die Wasser- und Bauwirtschaft gehen, denn dort haben alle heutigen Entscheidungen eine langfristige Wirkung von nicht weniger als 50 Jahren“, fordern die Naturschützer.  nh/mab

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