Im Landkreis wurden dieses Jahr 7000 Wildschweine geschossen

Mehr Wildschweine erlegt: Fleisch-Verkauf fordert Jäger heraus

Waldeck-Frankenberg. Nach einem Jahr mit Überschuss an Nahrung ist die Wildschweinpopulation im Kreis dermaßen angewachsen, dass der Verkauf des Fleisches die Jäger vor eine Herausforderung stellt.

„Im Augenblick ist das ein großes Problem“, sagt Heinrich Engelhard, Vorsitzender der Jägervereinigung Frankenberg: Mit 7000 geschossenen Tieren falle die Strecke gut doppelt so hoch aus wie im Vorjahr.

Große Mengen an Bucheckern und Eicheln boten den Tieren ideale Bedingungen, sodass Weibchen noch im Jahr ihrer Geburt Frischlinge zur Welt brachten. Solche Mastjahre habe es früher alle zehn Jahre gegeben, heutzutage alle zwei oder drei, erklärt Engelhard: Gründe seien die Klimaerwärmung und hohe Stickstoffeinträge, durch die die Bäume mehr Nahrung produzieren. Ein milder Winter und ein trockener Frühling erleichterten die Aufzucht, ergänzt Heinz Langerzik, Vorsitzender der Waldeckischen Jägerschaft.

Um Wildfleisch an den Kunden zu bringen, sei die richtige Vorbereitung wichtig, sagt er: „Ein ganzes Schwein in der Decke ist heutzutage nicht mehr zu verkaufen“, erklärt er: Zerlegen könnten es die meisten Menschen nicht, andere haben Skrupel, wenn sie ein geschossenes Tier sehen. 

Um Steaks oder Gulasch direkt anzubieten, arbeiten Jäger deshalb mit Metzgern oder schließen sich mit fachkundigen Kollegen zusammen. Bei großen anfallenden Mengen biete sich die Herstellung von Bratwurst an, die sich auch einfrieren lasse. Wer als Jäger investiere und das alles leiste, habe keine Absatzprobleme, sagt Langerzik.

Engelhard sieht noch ein psychologisches Problem: Manch ein Kunde fürchte die Wildschweinpest. Hier gebe es die dabei noch gar nicht, sie beschränke sich auf Osteuropa. Solche Bedenken der Kunden sind Langerzik noch nicht untergekommen – doch darin, dass die Bejagung zur Vorbeuge gegen die Seuche wichtig ist, ist er sich mit Engelhard einig. 

Quelle: HNA

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