Kritik an Räumen der Frankenberger Stadtverwaltung

"In mehrfacher Hinsicht ungenügend"

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Frankenberg - Das Stadthaus auf dem Obermarkt ist für eine moderne Verwaltung ungeeignet - das ist das Fazit aus einer Untersuchung der Organisationsstruktur.

Externe Gutachter haben in den vergangenen Monaten Arbeitsplätze, Technikeinsatz und Aufgabenverteilung innerhalb der Stadtverwaltung unter die Lupe genommen. Auftragnehmer war die Firma Real-Plan aus Essen.

Hintergrund für die Organisationsuntersuchung war der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom März 2013. „Dabei sollten Optimierungspotenziale für die Verwaltungsarbeit aufgezeigt und die Aufbau- und Ablauforganisation der Stadtverwaltung begutachtet werden“, erklärt Bürgermeister Rüdiger Heß. Die städtischen Mitarbeiter mussten Arbeitsplatzbeschreibungen und Fallzahlenerhebungsbögen erstellen, es wurden Organisationsgespräche geführt, und die Mandatsträger wurden über den Ablauf des Sitzungsdienstes befragt.

Die wesentlichen Ergebnisse der Organisationsuntersuchung wurden in der vergangenen Woche den Verwaltungsbediensteten und den Mandatsträgern vorgestellt. „Dabei stellte sich heraus, dass die Stadtverwaltung derzeit in einem vernünftigen Rahmen organisiert ist“, sagt Heß. Herausgehoben worden seien die bürgerfreundlichen Öffnungszeiten und die Gestaltung des Bürgerbüros mit der Info-Insel und den Glastüren.

Die Anzahl der städtischen Mitarbeiter bewegt sich laut Gutachten in einer für vergleichbare Städte üblichen Größe. Die Qualifikation der Beschäftigten und Beamten sei gut, die diplomierten Fachkräfte würden gemäß ihrer Qualifikation eingesetzt, attestierte Real-Plan. Auch der Etat für Fortbildung und Qualifizierungen des Personals sei im üblichen Rahmen, dürfe jedoch nicht weiter sinken.

Bei all den guten oder durchschnittlichen Ergebnissen stellte Real-Plan jedoch auch ein großes Manko heraus: Die bauliche und räumliche Unterbringung der Verwaltung sei in mehrfacher Hinsicht ungenügend und für eine effiziente Arbeit der Verwaltung hinderlich. „Die Stadtverwaltung befindet sich derzeit in drei Gebäuden, die im Inneren über drei Treppenhäuser und zwei Fahrstühle vertikal erschlossen werden“, erläutert Heß dazu.

Die Gutachter wiesen auf die Höhenversprünge der Geschosse in den einzelnen Gebäuden hin. Die Orientierung für Besucher sei extrem schwierig. Zusammengehörige Verwaltungsbereiche seien zergliedert. Nur zwei der drei Gebäude besitzen einen Aufzug, eine durchgehende Barrierefreiheit ist nicht gegeben. Insbesondere sei eine Logistik mit mechanischen Transporthilfen innerhalb des Stadthauses nicht möglich. Heß sagt: „Hier sieht Real-Plan ganz klaren Verbesserungsbedarf.“

Positiver ist hingegen der Blick der Gutachter auf die elektronische Datenverarbeitung: Eine „Tandem-Lösung“ habe sich bewährt. Die Stadt vertraut auf eine externe Datenhaltung mit externer Betreuung der Hard-, Soft- und Netware durch die „ekom21“. Zugleich gibt es eine kleine IT-Abteilung im Haus. So seien die Kosten für EDV pro Mitarbeiter und Monat vergleichsweise niedrig.

(r/gl)

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