Janek Süß hat den Meisterbrief als Jahrgangsbester erhalten

Meisterhafter Instrumentenbauer aus Friedrichshausen

Burgwald - Das helle Metall glänzt, in der feinen Gravur glitzert das Licht aus den Neonröhren unter der Decke der Werkstatt: Der Kaiser-Bariton ist ein Meisterstück – und zwar im wörtlichen Sinn. Janek Süß hat ihn angefertigt und damit seinen Meistertitel als Metallblasinstrumentenmacher erhalten.

Es ist ein altes Handwerk, für das sich Janek Süß entschieden hat, und ein seltenes: Es gibt nur noch wenige Instrumentenbauer in Deutschland – so wenige, dass seine Berufsschulklasse aus nur fünf Azubis bestand. „Ich hatte erst eine Lehre als technischer Zeichner angefangen, aber das hat mir nicht gefallen“, erinnert er sich. Er wollte etwas „in Richtung Musik“ machen. Dann bot sich nach einem Praktikum die Lehre bei Joachim Langhammer von 2007 bis 2010 an.

In der Firma werden in Handarbeit Blechblasinstrumente gebaut – von der Trompete über die Posaune, Tuba, Waldhorn, Flügel- und Tenorhorn, Bariton und Kaiserbariton bis hin zu Signal- und Jagdinstrumenten. Inhaber Joachim Langhammer ist bis heute begeistert von seinem Beruf: „Er ist vielseitig und facettenreich, man lernt jeden Tag etwas Neues.“ Auch Janek Süß fing schnell Feuer: „Man fängt mit einem verbeulten Blechstück an und am Ende hat man ein glänzendes Stück“ – diese Erfahrung habe Lust auf mehr gemacht.

Nun hat der 24-Jährige den Meisterbrief erhalten: Die zweijährige Weiterbildung mit Blockunterricht in Ludwigsburg in Baden-Württemberg schloss er im praktischen Teil mit einer Eins ab – als Jahrgangsbester von nur sechs Meisterschülern aus ganz Deutschland.

Für den Eigenbedarf braucht Janek Süß den Kaiser-Bariton nicht. Er selbst spielt lieber Schlagzeug – aber mittlerweile hat er auch Trompete gelernt. Dabei geht es nicht darum, gut zu spielen, sondern alle Instrumente, die er baut, auch anspielen zu können. Das Meisterstück des Friedrichshäusers soll im Geschäft in Burgwald ausgestellt werden – als Modell dafür, was beim Bau eines Instruments alles möglich ist.

(von Andrea Pauly)

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung am Mittwoch, 20. August.

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