Frankenberger Bank präsentiert Chronik – Viel Applaus für Autor Karl-Hermann Völker

Menschen im Mittelpunkt

Chronik zur Geschichte der Frankenberger Bank: Autor Karl-Hermann Völker (Mitte) und die Vorstände der Frankenberger Bank, Ralf Schmitt (links) und Dieter Ohlsen, präsentieren das Werk, das mit vielen Fotos und übersichtlichen Grafiken anschaulich gestaltet ist. Foto: Biedenbach

Frankenberg. „Den Menschen nahe“, so lautet der Titel des geschichtlichen Buches, in dem der Wiesenfelder Karl-Hermann Völker darstellt, wie aus der Raiffeisenidee die Frankenberger Bank erwuchs. Und der Titel hält, was er verspricht. Der Experte für regionale Geschichte – Völker ist Vorsitzender des Frankenberger Geschichtsvereins und Verfasser vieler historischer Abhandlungen – stellt nicht Bilanzsummen in den Mittelpunkt des Werks, sondern die Menschen, die den Genossenschaftsgedanken und die Raiffeisenidee umgesetzt haben.

Eindrucksvoll schildert er, wie sich in Zeiten bitterer Armut im 19. Jahrhundert, unterstützt von Pfarrern und Lehrern, Menschen in den Dörfern der Region zu Vorschusskassen und landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaften zusammenschlossen. Jeder einzelnen örtlichen Genossenschaft widmet er ein Kapitel, oft angereichert mit Anekdoten: In Löhlbach beispielsweise verteilt der Lehrer Kunstdünger, in Altenlotheim fand beim gemeinsamen Gang zur Raiffeisenkasse ein junges Paar zusammen.

Lebendig wird das Werk auch durch die Berichte von Zeitzeugen. Völker zeigt, wie nahe Raiffeisenmitarbeiter den Menschen waren. In den Dörfern kannte jeder jeden, das hatte Auswirkungen bei der Kreditvergabe. Da wurde einem jungen Mann auch schon mal ein Kredit für den Autokauf abgelehnt. Der Viermündener Raiffeisenmitarbeiter Richard Battefeld hatte, auch wenn er privat Veranstaltungen besuchte, immer einige Sack Kunstdünger im Auto, die er bei Bedarf ausgab.

Völker schildert auch den Wandel von den kleinen Kassen hin zur Konzentration zu größeren Einheiten – bis zur heutigen Frankenberger Bank (HNA berichtete). Zu deren 50-jährigem Bestehen hatte diese das Buch in Auftrag gegeben. Mit dem Ergebnis sind die Vorstände Dieter Ohlsen und Ralf Schmitt hochzufrieden. „Wir haben bei der Wahl des Autors einen Volltreffer gelandet“, sagten sie bei der Präsentation des Werkes vor rund 100 Gästen – darunter zahlreiche ehemalige Mitarbeiter.

Mit viel Applaus bestätigten die Gäste dieses Urteil. In einem Vortrag – unterstützt mit Fotos und Grafiken – hatte Karl-Hermann Völker zuvor einen Überblick über den Inhalt der Chronik gegeben. Beifall gab es auch für Thomas Schmidt (Bottendorf), der das Buch grafisch gestaltete. Die Texte sind oft mit historischen Fotos hinterlegt. Hinter den Worten tauchen so auch Gesichter aus der Vergangenheit wieder auf.

Das Buch ist weit mehr als die Geschichte eines Unternehmens. Es ist eine anschauliche (Sozial-)Geschichte der vergangenen beiden Jahrhunderte im Frankenberger Land – und den Menschen ganz nahe.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare