Verfahren wegen Schuldunfähigkeit eingestellt

Messerstecherei in Korbach: Junge bedrohte Polizisten 2016 mit Axt

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Suche nach den Tatwaffen: Die Bereitschaftspolizei aus Kassel durchkämmt am Freitag nach der tödlichen Messerstecherei den abgesperrten Tatort in Korbach.

Korbach. Das Entsetzen über die Messerstecherei, bei der in Korbach ein 15-Jähriger getötet wurde, ist noch groß. Einer der Verdächtigen ist schon 2016 mit einer Schrecken erregenden Tat aufgefallen.

Der heute 18-Jährige hatte im April 2016 Polizisten mit einer Axt bedroht. Wenige Minuten davor soll er mit einem Messer in der Hand gegen Haustüren in der Remscheider Straße in Korbach geschlagen haben. Die Verfahren wegen dieser Vergehen wurden eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft Kassel inzwischen auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte. 

Der Angriff mit einer Axt damals hatte sich nur rund 500 Meter vom aktuellen Tatort entfernt abgespielt.

Weil ein Mann mit einem Messer in der Hand gegen Haustüren schlagen würde, hatten Anwohner am späten Abend des 15. Aprils die Polizei angerufen. Als die Streife vor Ort eintraf, tauchte der kurz vorher geflüchtete damals 17-Jährige plötzlich wieder auf. Er hatte jedoch kein Messer in der Hand, sondern eine Axt, mit der er in bedrohlicher Weise auf die Beamten zuging.

Nachdem er mehrfach die Aufforderung, die Axt fallen zu lassen, ignoriert hatte, setzten die Polizisten Pfefferspray ein. Das zeigte schnell Wirkung: Der Jugendliche ließ die Axt fallen, wurde dann überwältigt und gefesselt.

Die Messerschläge konnten dem Jugendlichen nicht nachgewiesen werden, das weitere Verfahren wurde wegen Schuldunfähigkeit eingestellt: Der damals 17-Jährige war noch in der Tatnacht in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Ein Atemalkoholtest hatte einen Wert von 1,6 Promille ergeben.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde der Jugendliche schließlich erneut festgenommen: Gegen ihn besteht der Verdacht des gemeinschaftlich begangenen Totschlags.

Quelle: HNA

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