Frankenberg

Mildes Urteil nach widersprüchlichen Zeugenaussagen vor dem Amtsgericht

- Frankenberg (apa). 50 Stunden gemeinnützige Arbeit für den einen, 300 Euro Strafe für den anderen – für zwei Frankenberger ging ein Prozess vor dem Amtsgericht vergleichsweise milde aus. Beide waren wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Die beiden Beklagten standen bereits im Mai deswegen vor dem Amtsgericht. Weil sie damals keine Anwälte hatten, vertagte das Gericht die Verhandlung. Insgesamt 13 Zeugen inklusive Nebenkläger waren geladen. Allerdings einigten sich die Anwälte und der Vertreter des Nebenklägers bereits nach der Anhörung von beiden Beklagten und vier Zeugen.

Laut Anklage soll Thomas H. (alle Namen geändert) in dieser Nacht Christoph S. im Streit mit einer Gürtelschnalle an der Lippe verletzt haben. Der zweite Beklagte, Elias D., soll den Bruder des Verletzten mit einer Whiskey-Flasche geschlagen haben. Daniel S., der auch als Nebenkläger auftrat, erlitt dabei Prellungen und eine Beule am Hinterkopf.

Richterin Andrea Hülshorst und Staatsanwalt Philipp Zmyj-Köbel bekamen während der Verhandlung verschiedene Versionen dessen zu hören, was in der Nacht des 28. Dezember 2008 vor der Kneipe „Casa Mia“ geschah. Die Vorwürfe gegen Elias D. und Thomas H. ließen sich im Laufe der mehr als dreistündigen Verhandlung aber nicht beweisen, da die Zeugen teils widersprüchliche Angaben machten – nicht nur im Vergleich miteinander, sondern auch mit den Aussagen, die sie nach dem Streit bei der Polizei gemacht hatten. Richterin, Anwälte und Staatsanwaltschaft einigten sich nach längeren Beratungen darauf, das Verfahren vorläufig einzustellen. Thomas H. muss 300 Euro an den Förderverein der Edertalschule bezahlen, Elias D. muss innerhalb von drei Monaten 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

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