Berghofen: Windpark soll wachsen

Mindestens drei weitere Windräder

Battenberg-Berghofen - Die Firma Wotan will ihren Windpark bei Ernsthausen vergößern und auf die Gemarkungen Berghofen und Rennertehausen ausweiten. Die neuen Windräder sollen 200 Meter groß werden - 40 Meter höher als die bestehenden, neuen Anlagen in der Gemarkung Ernsthausen.

Ortsbeirat und Parlamentsausschüsse befassen sich am Donnerstag ab 19 Uhr mit der „Errichtung eines Windparks in der Gemarkung Berghofen“. Wotan fordert von der Stadt eine grundsätzliche Zustimmung, um konkret zu planen. Die Stadt müsste den Flächennutzungsplan ändern, um einen Windpark bei Berghofen zu ermöglichen. Die Windräder ständen im Wald, wären aber so hoch, dass sie über Bäume hinausragen.

Auf den in Frage kommenden Flächen werden Windgeschwindigkeiten von 5,75 Meter pro Sekunde erwartet. Das Regierungspräsidium prüft auf Bitten von Bürgermeister Heinfried Horsel derzeit, ob das Gebiet als Vorrangfläche für Windernergie ausgewiesen werden kann. Ein Ergebnis liege der Stadt noch nicht vor, sagte Horsel der FZ.

„Schnell durchwinken“

Nach Angaben von Horsel laufen derzeit Gespräche zwischen der Wotan-Gruppe und der VEW, Tochterfirma des Korbacher Energieversorgers EWF, über eine Kooperation. Weiteres Wotan-Angebot: Die Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland könne eine komplette Anlage übernehmen. Jedes der Windräder soll eine Leistung von drei Megawatt bringen.

In einer ersten Stellungnahme hatte der Ortsbeirat einer Prüfung als Vorrangflächen zugestimmt, aber auf einen „massiven Eingriff in Natur und Landschaft“ hingewiesen. Die Flächen lägen im Wald. Ortsbeiratsmitglied Reiner Arnold (Liste unabhängiger Bürger) wettert bereits gegen die Sitzung am Donnerstag: „Es ist offensichtlich das Bestreben der Verantwortlichen der Stadt, das Bauvorhaben möglichst schnell durchzuwinken.“ Außerdem sei das Bauvorhaben eines örtlichen Landwirts im Feld von dem Windpark betroffen. Arnold fordert, die Ortsbeiratssitzung zu verlegen und zudem in Berghofen, nicht in Battenberg, stattfinden zu lassen: „Um insbesondere auch dem Aspekt der Bürgerbeteiligung gerecht zu werden“, teilte Arnold mit.

„Ist Infoveranstaltung“

Dem erteilt Bürgermeister Horsel eine Absage und verweist auf die noch nicht formulierte Beschlussempfehlung. „Es ist in erster Linie eine Infoveranstaltung“, auf der Vertreter der Firma Wotan das Projekt vorstellen. „Ob danach weitere Informationen gewünscht werden, bleibt den Gremien überlassen“, sagte Horsel. Er sei selbst auf den Vortrag gespannt.

Arnold hatte auch nach dem Bau der Windräder vor zwei Jahren bei Ernsthausen heftig protestiert: Grund war der Ausbau von Waldwegen in der Gemarkung Berghofen, um die Zufahrt der Transport-Lastwagen zu ermöglichen. Für die Verbreiterung der Wege hatte allerdings keine Genehmigung vorgelegen (FZ berichtete).

In der Gemarkung Ernsthausen stehen bereits acht Windräder, die Firma Wotan plant in diesem Bereich zwei weitere bis zu 200 Meter hohe - also vergleichbar mit den geplanten Anlagen bei Berghofen. Doch damit nicht genug: Bei Wollmar sollen acht weitere, etwa 123 Meter hohe Windräder gebaut werden.

Investor ist die Firma Eno. Zusammen mit den acht bereits gebauten Windrädern könnte der Windpark also auf insgesamt 21 Anlagen in den Gemarkungen Wollmar, Ernsthausen, Berghofen und Allendorf (Eder) anwachsen. (da)

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