Mindestlohn stellt Betriebe vor Probleme – Besonders die Gastronomie ist betroffen

Waldeck-Frankenberg. Ab 2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Eine der Branchen, die davon besonders betroffen ist, ist das Gastgewerbe. Erste Rückmeldungen von Gastronomen, lassen Entlassungen befürchten.

„Gerade für kleinere Betriebe im ländlichen Raum wird die neue Regelung problematisch“, sagt Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Hessen.

Eine erhebliche Verbesserung werde das Gesetz hingegen auf den Lebensmittel-Einzelhandel haben. Dort profitierten vor allem die geringfügig Beschäftigten. „Viele dieser Verkäuferinnen hierzulande arbeiten bisher weit unter dem Mindestlohn“, sagt Manuel Sauer, zuständiger Ver.di-Sekretär. Betriebswirtschaftlich sei es kein Problem, die Löhne anzupassen.

Jedoch befürchtet Sauer, dass gerade die selbstständigen Kaufleute, die keiner Gewerkschaft angehören und keine Tariflöhne bezahlen, an anderen Stellschrauben drehen. „Die Vor- oder Nacharbeitszeit könnte verlängert oder Überstunden liegen gelassen werden.“ So käme man unterm Strich wieder auf ähnlich niedrige Stundenlöhne wie im Moment.

Dennoch sieht Sauer die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns positiv: „Es ist ein historischer Schritt für Deutschland, per Gesetz Lohn zu definieren“, sagt er.

Vom Mindestlohn ausgenommen sind jedoch Auszubildende, die in Branchen tätig sind, in denen es keine Mantelverträge wie beispielsweise im Frisörhandwerk gibt.

„Für sie wird es schwer werden, sich für eine vernünftige Ausbildung zu entscheiden“, sagt Gerhard Brühl von der Kreishandwerkerschaft Korbach. Der Mindestlohn könne Jugendliche verführen, ungelernt Arbeitsverhältnisse anzutreten, weil sie so mehr verdienten. „Vermutlich besteht diese Gefahr jedoch vermehrt in Städten“, sagt Brühl.

Zu einer von Kritikern befürchteten Entlassungswelle bei Kleinunternehmern wird es aufgrund der Einführung des Mindestlohns nicht kommen.

Von Diana Surina

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Quelle: HNA

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