Frankenberg

Minister Jürgen Banzer gesteht „Verrat“ am Mittelstand

- Frankenberg. Jürgen Banzer (CDU) hielt in Frankenberg ein Plädoyer für Sozialpolitik, die die Selbstbestimmtheit des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt. Eindringlich warnte er vor der Gefahr einer Teilung der Gesellschaft.

Sein Verständnis von einer gerechten Gesellschaft beinhalte, „dass man jeden Menschen mitnimmt“. Deshalb warb der Minister dafür, Sozialpolitik als „Aktivierungspolitik“ zu verstehen, die die Menschen einlädt, an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen. Gelinge dies nicht, drohe die Gesellschaft auseinanderzubrechen. Folge: „Die einen machen mit, die anderen sehen keine Perspektive mehr.“ Aber welche Perspektive hat ein Lkw-Fahrer, dessen schmales Einkommen kaum ausreicht, um eine Familie mit zwei Kindern zu ernähren? „Wir haben den Mittelstand verraten“, gestand Banzer am Ende der schlecht besuchten Veranstaltung auf Nachfrage eines Teilnehmers ein. Nicht nur die CDU, die gesamte Politik habe in dieser Hinsicht versagt.Auf die Frage eines jungen Besuchers nach den Aussichten für Schulabgänger reagierte der Sozialminister voller Optimismus: „Ich glaube, junge Leute hatten noch nie so goldene Perspektiven wie heute.“ Aber wie passt das zusammen mit Jugendarbeitslosigkeit und den Sorgen und Nöten der „Generation Praktikum“? Das Problem sei, dass ein zu hoher Anteil der jungen Leute nicht an die Zukunft glaube, sagte Banzer .(Von Johannes Fuhr) Mehr zum Thema und Interview mit Minister Banzer in der FZ vom 4. Juni 2010

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare