Missbrauchsprozess: Ehefrau wird im Gericht verhaftet

Marburg. Vor dem achten Verhandlungstag des Landgerichts gegen einen 48-jährigen Marburger, der über Jahre Frau, Schwägerin, Kinder und ein Nachbarsmädchen misshandelt, missbraucht und vergewaltigt haben soll, wurde seine 32-jährige Ehefrau im Flur des Gerichtes verhaftet.

Als Haftgrund für die Frau, auf die ebenfalls ein Strafverfahren wartet, wurde Verdunklungsgefahr angegeben. „Es besteht der dringende Verdacht, dass sie auf ihre Schwester eingewirkt hat, um deren Aussage zu verhindern“, sagte Staatsanwältin Annemarie Wied.

Vom Aussageverhalten der jüngeren Schwester, die ebenfalls massiv geschlagen, mit einem Waffeleisen und mit einem Bügeleisen wegen kleiner Fehler im Haushalt verbrannt worden sein soll, berichtete eine Polizeikommissarin.

Sie schilderte, die als Zeugin und Beschuldigte vernommene lernbehinderte Frau habe auf sie einen massiv verängstigten Eindruck gemacht. „Ich hatte immer das Gefühl, sie wolle etwas sagen, könne es aber nicht“, sagte die Zeugin. Selbst die Gewalt gegen sich selbst, die von mehreren Zeugen bestätigt wurde, stritt sie bei den Vernehmungen ab. (ky)

Quelle: HNA

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