Mit Radweg und Grünstreifen

Pläne zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Bottendorf vorgestellt

B-252-Ortsdurchfahrt Bottendorf: Für eine Umgestaltung mit Grünstreifen und Radweg bietet die breite Straße mit Mehrzweckstreifen ausreichend Platz.
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B-252-Ortsdurchfahrt Bottendorf: Für eine Umgestaltung mit Grünstreifen und Radweg bietet die breite Straße mit Mehrzweckstreifen ausreichend Platz.

Die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 252 in Bottendorf soll in zwei Etappen grundhaft saniert und verkehrsberuhigt gestaltet werden sowie einen Radweg erhalten. Das Projekt war Thema im Haupt- und Finanzausschuss. Dessen Mitglieder empfehlen der Burgwalder Gemeindevertretung einstimmig, der Gemeinschaftsbaumaßnahme mit Hessen-Mobil zuzustimmen.

Bottendorf – „Es ist ein großes Projekt“, sagte Bürgermeister Lothar Koch und wies auf einen enormen „finanziellen und verwaltungsseitigen“ Aufwand für die Gemeinde hin. Aber es sei eine „einmalige Chance“. Was vorgesehen ist, erläuterten Koch und Bottendorfs Ortsvorsteher Dieter Klein im Ausschuss so:

Vorgeschichte

2009 wurde die fast zwei Kilometer lange B-252-Ortsdurchfahrt Bottendorfs von Hessen-Mobil grundhaft erneuert. Schon nach wenigen Jahren stellten sich Senkungen in der Fahrbahn ein, obwohl die Gemeinde bei den Bauarbeiten auf den schwierigen Untergrund hingewiesen hatte. Anwohner beklagen seitdem erhöhte Lärmbelastung und Erschütterungen ihrer Häuser (HNA berichtete). Im Sommer 2021 nahm Hessen-Mobil stellenweise Ausbesserungen vor. Sie haben laut Bürgermeister aber nur kurzzeitig Milderung gebracht.

Lothar Koch, Bürgermeister von Burgwald

Neuer Plan

Hessen-Mobil wollte in diesem Jahr eigentlich die Asphaltdecke in der gesamten Ortsdurchfahrt erneuern. Nach den Hinweisen auf die Probleme machte die Straßenbaubehörde unverhofft einen neuen und weitergehenden Vorschlag: Sie will die Ortsdurchfahrt grundhaft erneuern, also auch Abhilfe bezüglich des schwierigen Untergrunds schaffen. Und sie will einen durchgehenden Radweg entlang der Straße anlegen. Als weiteres Argument gegen eine bloße Neuasphaltierung nannte Koch, dass bei der ab 2023 geplanten barrierefreien Umgestaltung der Bushaltestellen an der Bundesstraße die neuasphaltierte Fahrbahn wieder aufgerissen werden müsste. Die Kosten für die Arbeiten an der Straße und den Radwegbau übernimmt Hessen-Mobil, also der Bund.

Verkehrsberuhigung

Mit der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt soll eine Verkehrsberuhigung einhergehen. Das ist laut Koch und Klein auch sinnvoll im Hinblick auf die Zeit, wenn, in etwa zehn Jahren, die geplante B-252-Ortsumgehung in der Gemeinde Burgwald fertiggestellt sei und kein Durchgangsverkehr mehr durch den Ort rolle. Es soll auf einer Straßenseite ein Grünstreifen entstehen, der den Radweg und den sich anschließenden höhengleichen Gehweg von der Fahrbahn abtrennt. Der Radweg und die beidseitigen Gehwege sollen gepflastert werden. Günstig für die Umgestaltung ist, dass die Fahrbahn in der Ortslage Bottendorf sehr breit ist und auf 6,50 bis 7,20 Meter verengt werden kann. Zudem können die vorhandenen Mehrzweckstreifen einbezogen werden.

Kosten

Bei all den Vorteilen verhehlte Bürgermeister Koch nicht, dass das Projekt auch enorme Kosten verursache: Die Gemeinde müsse die Gehwege und den Grünstreifen zahlen. Allerdings erhalte sie einen 70-prozentigen Zuschuss – mit dem sich auch die Kosten für die Anlieger senken. „So günstig können wir das nie mehr umsetzen“, sagte Koch. Ein Vorteil sei zudem: Wenn die Straße schon aufgerissen werde, könnte die Gemeinde Abflussrohre zum Hochwasserschutz einbauen und eventuell defekte Kanal- und Wasserleitungen sanieren. Eine Kostenschätzung sei bei ständig steigenden Baupreisen nicht möglich, sagte Koch auf Fragen aus dem Ausschuss.

Zeitplan

„Das Ganze ist mit heißer Nadel gestrickt“, erläuterte der Bürgermeister. Der erste Bauabschnitt vom Ortseingang aus Richtung Frankenberg bis zum DGH soll 2023 gebaut oder zumindest begonnen werden. Zur Umsetzung muss die Gemeinde bis Juni 2022 einen Antrag zum Abschluss einer Verwaltungsvereinbarung bei Hessen-Mobil stellen. Dafür sind bis März erste Pläne zur Antragstellung nötig. Nach dem ersten Bauabschnitt soll dann zügig der zweite Abschnitt bis Ortseingang Richtung Marburg erfolgen. Die Ausschussmitglieder begrüßten einstimmig das Vorhaben. Die Entscheidung, ob es in Angriff genommen wird, fällt die Gemeindevertretung.

Dieter Klein, Ortsvorsteher von Bottendorf 

Das sagt der Ortsbeirat

Die Planung entspreche in weiten Teilen den Vorschlägen, die der Ortsbeirat Bottendorf Hessen-Mobil nach aufwendigen Vorarbeiten zur Verkehrsberuhigung gemacht habe, sagte Ortsvorsteher Dieter Klein. Er freue sich über eine Umsetzung, denn Hessen-Mobil habe sie zunächst abgelehnt. Der Ortsbeirat sei mehrheitlich für das Projekt. Zwei Mitglieder stimmten dagegen. Sie misstrauten den Vorschlägen von Hessen-Mobil, sagte Klein. Er betonte, dass unabhängig von der Baumaßnahme dringend die Einrichtung einer Tempo-30-Zone an der Schule nötig sei.

Termin: Das Parlament Burgwald kommt am Dienstag, 18. Januar, um 20 Uhr im DGH Burgwald zusammen. Zuschauer müssen sich coronabedingt bei der Gemeinde eine Einlasskarte besorgen.

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