Ausstellung in Sparkasse in der Uferstraße

Miteinander statt übereinander sprechen

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Frankenberg - Als "Frankenberger Integrationswochen" bezeichnete Bürgermeister Rüdiger Heß die Tage bis zum 19. September. Mit einer Wanderausstellung, Schulprojekten und einem "Tag der Begegnung" sollen Verständnis und Integration gefördert werden.

Die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg“ informiert über Geschichte, Erlebnisse, Kultur und Schicksale von Deutschen, die im 18. Jahrhundert nach Russland auswanderten und nach dem zweiten Weltkrieg als Aussiedler zurückkehrten. Sie ist seit gestern in Frankenberg zu sehen.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Mittwochabend vor geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und anderen Institutionen mit verschiedenen Informationen, einer Power-Point-Präsentation und Filmeinspielern.

Die Projektleiter der Wanderausstellung, Josef Schleicher und Jakob Fischer, sind außerdem in diesen Tagen zu Gast an verschiedenenen Frankenberger Schulen und informieren dort Kinder und Jugendliche über die Hintergründe und Probleme der Aussiedler, die in Russland „die Deutschen“ waren und in Deutschland nun „die Russen“ sind.

„Übereinander sprechen wir alle ganz häufig, aber wir müssen mehr miteinander sprechen“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß. Vor allem über Integration müsse miteinander gesprochen werden. Er bedankte sich bei Irina Hoff: Die Frankenbergerin hatte ihn bereits vor einem Jahr angesprochen und so die „Frankenberger Integrationswochen“ initiiert. Sie bedankte sich bei allen, die die Ausstellung und die weiteren Projekte möglich gemacht haben. „Ich fühle mich sehr wohl in Frankenberg. Es ist mein Zuhause. Und das wünsche ich allen anderen, die hierher kommen. Deshalb mache ich das alles“, sagte Hoff.

Eberhard Lamm, Geschäftsbereichsdirektor bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, lobte die Zusammenstellung der Inhalte: Sie seien leicht verständlich und deshalb geeignet, um „Verständnis für die Situation der Russlanddeutschen in ihrer neuen, alten Heimat zu wecken“ und das Informationsdefizit bezüglich Geschichte und Kultur der Aussiedler aufzuarbeiten.

„Tag der Begegnung“

Durch den Abend führte Projektleiter Jakob Fischer. Die „Sigenden Frauen“ aus Korbach unter der Leitung von Irina Hazke am Akkordeon umrahmten den Abend mit deutschen und russischen Volksliedern, die ihre Eltern schon sangen, und wurden für ihren fröhlichen Gesang mit viel Applaus belohnt.

Höhepunkt der „Frankenberger Integrationswochen“ soll ein „Tag der Begegnung“ sein. Am Sonntag, 9. September, gibt es in der Ederberglandhalle von 14 bis 18 Uhr ein Programm mit Gesang und Tänzen aus verschiedenen Ländern. Auch die dort sorgen die Wanderausstellung und ein Büchertisch für Informationen. Mitwirkende sind unter anderem die Frankenberger Kindertagesstätten, aber auch Musik- und Tanzgruppen aus der Region. Der Eintritt ist frei.

Die 25 Stellwände mit Informationen und Bildern stehen bis zum 19. September in der Filiale der Sparkasse in der Uferstraße und sind während der Öffnungszeiten zugänglich.

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