Hatzfeld

Mittelalterliche Musik in der Emmaus-Kapelle

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- Hatzfeld (da). Die Chorgemeinschaft aus Hatzfeld und das Ensemble „Oni Wytars“ haben am Sonntag ein gemeinsames Konzert in der Emmaus-Kapelle gegeben.

Es war ein interessantes Zusammenspiel und Zusammensingen der beiden recht unterschiedlichen Gruppen: Auf der einen Seite das Ensemble „Oni Wytars“, das mit mittelalterlicher Musik seit Jahrzehnten erfolgreich ist und damit eine eigene Fangemeinde hat. Daneben steht die Chorgemeinschaft, die mit dieser Art von Liedern eher selten in Berührung kommt.

Für beide Gruppen war es eine interessante Erfahrung. Sänger und Musiker hatten gleichermaßen Spaß, wie ein Blick in die Gesichter verriet. Bereits im vergangenen Jahr hatten Chorgemeinschaft und „Oni Wytars“ gemeinsam musiziert. Die beiden Mitglieder des Mittelalter-Ensembles Katharina Dustmann (Perkussion) und Marco Ambrosini (Schlüsselfidel, Tromba mollusca, Orgel) leben in Hatzfeld und Eifa.

Zu der Formation gehören auch Peter Rabanser (Gesang, Ud, Dudelsack), Jule Bauer (Gesang und Schlüsselfidel) und Riccardo Delfino (Harfe, Orgel). Beide Gruppen begannen das Konzert mit einem gemeinsamen Auftritt überwiegend mit Werken aus dem 13. Jahrhundert, von denen vor allem „Venite a laudare“ hervorstach. Ein Titel, der durchaus für das ganze Konzert charakteristisch ist, denn ums Loben ging es hauptsächlich.

Beide Gruppen stellten nämlich die Musik der mittelalterlichen Wallfahrer und Pilger in den Mittelpunkt des Programms, das den Titel „Stella splendens“ trug. Die gemeinsam gesungenen Stücke mit ihren häufigen Taktwechseln und ungewohnten Harmonien stellten eine besondere Herausforderung für die Sänger und ihren Dirigenten Uwe Gerike dar.

Das „Chörchen“, eine kleine Gruppe der Chorgemeinschaft, sang „Es ist ein Ros’ entsprungen“. Begleitet wurde es von einem Flötenquartett – Marco Ambrosini spielte die erste Stimme mit der Sopranflöte. Das zweite Stück hieß „Kwmbayah“. Der Männerchor sang das „Trommellied“, begleitet von Katharina Dustmann, und die „Weihnachtsglocken“.

„Oni Wytars“ untermalte die Chorgemeinschaft auch bei „Alte trinita beata“. Es folgte Bachs „Jesus bleibet meine Freude“ und das fröhliche „Oh Freude über Freude“.

Den nächsten Block gestaltete „Oni Wytars“ alleine. Spielfreude, Virtuosität und die Vielfältigkeit – vor allem dank unterschiedlicher Instrumentierungen – waren beeindruckend. Hervorragend zur Geltung kam auch die mehr als 300 Jahre alte Rindt-Orgel, die das älteste noch bespielbare Instrument dieser Art in Nordhessen ist. Die Klangfarbe von Peter Rabansers Gesang hatte den Charakter von orientalischen Klängen, während Jule Bauer sich sehr klar und harmonisch einfügte. Den Abschluss gestalteten nochmals beide Gruppen zusammen mit zwei Lobliedern, bevor auch die Besucher bei „In dulci jubilo“ zum Mitsingen aufgefordert waren.

Eine kurze Andacht hielt Axel Marburg, der für die Stadt Hatzfeld regelmäßig Konzerte in der Emmaus-Kapelle organisiert. Er bezog sich auf das Pilgern. „Die Musik hatte die Kraft, die Batterien der Pilger wieder aufzuladen“, sagte er.

Die Kapelle war voll besetzt. Sänger, Musiker und Zuhörer genossen die herausragende Akustik – nicht auszudenken, dass das älteste Bauwerk Hatzfelds vor knapp 35 Jahren dem Abriss nahe war. Es war das erste Konzert nach dem Abschluss der umfassenden Sanierung, wie Bürgermeister Uwe Ermisch in seiner Begrüßung betonte. Unter den Gästen war auch Bezirkskonservator Dr. Bernhard Buchstab.

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