Chinese plant Möbelbau und Pilzzucht im alten Mauser-Werk

Bis auf ein Reifenlager noch im Dornröschenschaf: das frühere Mauser-Werk in Waldeck. Foto:  Schade

Waldeck. Große Transparente an der Werkszufahrt signalisieren: Es tut sich was im ehemaligen Mauser-Werk Waldeck an der Bundesstraße 485.

Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, hat der chinesische Geschäftsmann Ma Tinghui aus Horbit vor knapp zwei Jahren den 130.000 Quadratmeter großen Werkskomplex übernommen und plant dort neben der Vermarktung von Lager- und Büroflächen nun auch zwei Produktionsbetriebe für Möbel und Pilzzucht.

Durch eine Bekannte, die Kontakt zum Werks-Vorbesitzer Dieter Köll aus Köln hatte, wurde Tinghui auf das Werk aufmerksam. Er übernahm den Komplex im Dezember 2013. Den hatte bis zu diesem Zeitpunkt der Betreiber des Unternehmensparks in Wega, Werner Krausz, gepachtet, der die Hallen als Lagerflächen nutzte. In einem Teil der Hallen werden derzeit Reifen gelagert, die frühere Schreinerei hat 2008 das Landtechnik-Unternehmen Electra gekauft.

„Wir haben viele Probleme vorgefunden und mussten erst einmal kräftig investieren“, berichtet Tinghui im Gespräch mit der HNA. Nun bemüht sich der Geschäftsmann, der in Freiburg ein Im- und Exportgeschäft betreibt, die derzeit nicht verpachteten Flächen zu vermarkten: 1500 Quadratmeter Bürofläche, bis 25 000 Quadratmeter Lagerfläche und bis 25.000 Quadratmeter Produktionsfläche.

Für den zum Bahnhof hin gelegenen Gebäudekomplex hat er inzwischen eigene Pläne geschmiedet. Dort möchte Tinghui Teile für Möbelstücke vor allem aus Buche produzieren und mit Hilfe chinesischer Geschäftspartner nach China exportierten, wo sie dann zusammengebaut werden. Wenn alles klappt, könnte nach seiner Darstellung die Produktion im Verlauf des kommenden Jahres starten.

Weiteres Standbein soll die Zucht von Pilzen in Kooperation mit einer niederländischen Unternehmen werden. Der Geschäftsmann denkt hier vor allem an asiatische Pilze, aber auch Champignons für den deutschen und europäischen Markt. Geplant ist eine Jahresproduktion von etwa 300 Tonnen.

Enge Kontakte pflegt er vor diesem Hintergrund mit der Stadt Waldeck. „Wir haben sehr gute Gespräche mit Bürgermeister Feldmann geführt“, sagt der Geschäftsmann. Er hofft darauf, dass die Stadt Waldeck seine Pläne auch weiter unterstützt.

Die Region mit Edersee und Nationalpark jedenfalls hat es ihm angetan. „Sie hat viele Ressourcen“, sagt er. Er würde sich allerdings mehr wirtschaftliche Impulse wünschen - und sich auch selbst bemühen, chinesische Investoren herzubringen. „Aber dazu brauchen wird die Unterstützung der Politik.“ (sch)

Quelle: HNA

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