Nabu-Umweltgruppe in Ernsthausen

Das Moor mit Pflege vor Verbuschung schützen

+
Mit der ferngesteuerten Seilwinde eines Forstschleppers entfernen Förster Matthias Hupfeld (linkes Foto, links) und der Forstunternehmer Andreas Garthe Weidenbüsche aus der Moorwiesenfläche. Die Nabu-Mitglieder Martin Scholz (rechtes Foto, links) und Klaus Klimaschka ziehen kleine Weidensämlinge, die die geschützte „Bruchwiese“ zu verbuschen drohen, heraus.Fotos: vk

Burgwald-Ernsthausen - Auch ein Moor braucht ab und zu Pflege. Weil im Seitenbruch eine Verbuschung durch die Ohrweide droht, haben freiwillige Helfer die unbeliebten Triebe entfernt.

So ganz ohne menschliches Mitwirken kann das Moor im „Seitenbruch“ bei Ernsthausen, das wegen seiner Einzigartigkeit 2009 vom Landkreis Waldeck-Frankenberg als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen worden ist, nicht seinen typischen Charakter bewahren: An zwei Wochenenden begann die Nabu-Umweltgruppe Burgwald in Abstimmung mit dem Forstamt Burgwald eine zunehmende Verbuschung der besonders wertvollen Vegetation durch behutsame Pflegemaßnahmen zu stoppen.

Schon 2007 war auf einer vegetationsarmen Torfschlammfläche im Seitenbruch eine Dauerbeobachtungsfläche (Monitoring) angelegt worden. Diese wird seitdem für die Umweltgruppe durch das ökologische Gutachterbüro „Neckermann & Achterholt“ in Cölbe wissenschaftlich betreut. Botaniker Claus Neckermann entdeckte dabei unter anderem auch die äußerst selten gewordene „Fadensegge“ - ein Relikt aus der Zeit, als es am Burgwald noch richtige Moore und wenig Kulturland gab.

„Wir haben nun aber den dringenden Hinweis bekommen, dass trotz partieller Beweidung mit Heidschnucken und unserem alljährlichem Pflegeschnitt der Moorfläche eine Verbuschung droht, insbesondere durch die vordringende Ohrweide“, berichtete Klaus Klimaschka, Vorsitzender der Burgwalder Nabu-Gruppe. Mit freiwilligen Helfern versuchte er darum zunächst per Hand junge Triebe mit Wurzeln zu entfernen. Bei den stärker verwurzelten Stöcken zeigte sich schnell, dass dies nur mit Maschinenkraft möglich ist.

Durch den seit 2009 durch die Umweltgruppe erfolgten Pflegeschnitt wurde ein weiteres Vordringen der Binsen verhindert, dafür aber ein „heterogener und blütenreicher Bestand“ der artenreichen Moorfläche erreicht, stellten die Botaniker fest. Damit Gehölze und Röhrichtarten eingedämmt werden, soll auch künftig eine Beweidung der Nass-Standorte ab September durch Schafe stattfinden.

(vk)

Mehr über die Aktion der Nabu-Gruppe lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare