35-Jähriger setzt auf Disziplin

Muckis ohne Doping: Tripp ist Deutscher Meister im Bodybuilding

Natürliche Muckis: Deutscher Meister Christian Tripp (Mitte) mit zwei Mitkonkurrenten bei der Meisterschaft der Bodybuilder, die auf Chemie zum Muskelaufbau verzichten. Foto: nh

Bad Wildungen. Es war sein erster Bodybuilding-Wettbewerb überhaupt und es hat auf Anhieb geklappt. Der 35-jährige Christian Tripp holte gleich zwei Deutsche Meistertitel im natürlichen Bodybuilding in Wiesloch.

Den in der Bantam-Klasse bis 70 Kilogramm und den Gesamtsieg.

„Ich kann es immer noch nicht ganz glauben“, schildert er unserer Zeitung. Der freiberufliche Fitnesstrainer, der aus Birkenbringhausen stammt, mit seiner Freundin in Bad Wildungen lebt und seine Fitness-Kurse meist in Kassel gibt, hat nach eigenen Angaben noch nie Dopingmittel genommen. Sein Rezept zum Muskelaufbau: „Die richtige Ernährung und ein cleveres, effektives, hartes Training.“

Wer an Wettbewerben der German Natural Bodybuilding Federation (Deutsche Vereinigung für natürliches Bodybuilding) teilnimmt, darf die vorausgehenden sieben Jahre nicht zur chemischen Keule gegriffen haben, also beispielsweise keine Testosterone, anabole Steroide, Wachstumshormone, Stimulanzien oder Entwässerungsmittel zu sich genommen haben, um die Muckis schneller wachsen zu lassen. Das werde durch Doping-Kontrollen überprüft, sagt Christian Tripp.

Statt Chemie setzte der 35-Jährige auf Disziplin: Er steigerte in der Endphase vorm Wettbewerb sein Training von 45 auf 90 Minuten täglich, achtete auf die für ihn richtige Mischung aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten und nahm statt der üblichen und seinem bewegungsreichen Alltag angemessenen 3500 Kalorien nur noch 1700 zu sich. So schaffte der 1,73 große Bodybuilder, sein Gewicht von 75 auf 70 Kilo zu reduzieren.

Da knurrte schon manchmal der Magen. Unterstützt hat ihn seine Freundin, nicht nur, indem sie Verständnis für das zeitintensive Training hatte, sondern auch als Beraterin, denn sie ist Ernährungsfachfrau. Und unterstützt hat ihn auch sein Freund, der Kasseler Bergzeitfahrer Leonard Mayrhofer, der mit zum Wettbewerb nach Wiesloch gefahren war und ihn vom Zuschauerraum aus Zeichen gegeben hatte, wie er sich auf der Bühne präsentieren sollte.

Dass Tripp nicht nur unter den 22 Teilnehmern in der Klasse der Leichtgewichte gewann, sondern sich auch gegen die mit wesentlich mehr Muskelmasse Bepackten in den schweren Klassen durchsetzte und unter 224 Teilnehmern Gesamtsieger wurde, das habe ihn komplett überrascht.

Nun könnte er direkt bei der Europameisterschaft starten, macht er aber nicht. „Vielleicht war mein Sieg ja nur eine einmalige Sache. Ich versuche es erst lieber noch ein oder zwei Mal bei der Deutschen Meisterschaft“, sagt er.

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Quelle: HNA

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